Georgien „Land im Kaukasus“

Juli 22, 2012 at 1:17 pm 2 Kommentare

Juli2012: Vorige Woche retour aus Georgien, ein sehr interessantes Land

Georgien ist ein tolles Reiseziel und liegt im Trend – es gibt viel zu sehen und sehr abwechslungsreiche Besichtigungen und Highlights kann man bei einer Reise sehen.

 

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Eine Reise ins Herz des Kaukasus

Georgien ist noch ein Geheimtipp. Das Land am Kaukasus beeindruckt mit großer kultureller und ethnischer Vielfalt, schneebedeckten Gipfeln, Halbwüsten und fruchtbaren Küstenregionen, uralten Kirchen und Höhlenklöstern, atembe­rau­benden Landschaften und gastfreundlichen Menschen. Wir tauchen ein in den Alltag der Swanen mit archaischen Traditionen, nehmen teil am orthodoxen Maria Himmelfahrt Fest, erleben bei kleinen Wanderungen die spektakulären Landschaften und probieren ausgezeichnetes Schaschlik mit einem guten georgischen Wein.

Meine Highlights:

Hauptstadt Tbilissi

Kirchen, Kathedralen, Klöster und Höhlenstädte

Die gewaltigen Berglandschaft in Swanetien

UNESCO Dorf Ushguli

Baden im Schwarzen Meer

Kutaissi mit UNESCO Kloster Gelati

Auf der Georgischen Heerstraße in den großen Kaukasus

Weinland Kachetien

Georgien im Überblick

Waren es anfangs gutbetuchte Adelsfamilien aus dem russischen Zarenreich, die sich an Georgiens subtropischer Schwarzmeerküste ihre Sommerpaläste bauten, kamen nach der Oktoberrevolution die proletarischen Massen an die begehrten Strände, die man fortan „Sowjet-Riviera“ nannte. In wenigen kurzen Wochen den heimischen tristen Alltag gegen die Exotik eines Warmwasserlandes einzutauschen, wurde der Urlaubshit für Millionen Werktätige. Das ist Vergangenheit. Heutzutage fehlen die sonnenhungrigen Massen, zeugen bröckelnde Fassaden einst prächtiger Adelsresidenzen und sozialistische Investitionsruinen vom unrühmlichen Ende gleich zweier russischer Großreiche und was an noch neueren Spuren der Verwüstung hinzukommt, resultiert aus den Bürgerkriegen der Nachsowjetära.

Georgien als Reiseland – das ist eine etwas zwiespältige Erfolgsgeschichte mit einem abrupten Ende gegen Mitte der neunziger Jahre, als im Gefolge der postsowjetischen Sezessionskriege die touristische Infrastruktur zerfiel und die Besucherzahlen gegen Null tendierten. Doch gegen alle Widrigkeiten wurde der Neuanfang gewagt. Erste bescheidene Erfolge zeichnen sich ab und sollten Unbequemlichkeiten und Mängel noch hier und da den Besuchern zu schaffen machen, steht ihnen eine über alle Maßen gastfreundliche Bevölkerung zur Seite. Wenn die Zeiten friedlich bleiben, wird Georgien an alte Erfolge anknüpfen können, verfügt das Land doch über phantastische touristische Ressourcen. Mögen auch die abchasischen Schwarzmeerbadeorte unerreichbar geworden sein, so sind doch andere attraktive Landesteile wieder zugänglich, die zu Sowjetzeiten militärische Sperrbezirke waren, und noch immer verspricht der Kaukasus das ultimative Gebirgserlebnis, dazu gesellen sich Meeresküste und subtropische Üppigkeit, weinreiches Hügelland und Steppe: Eine Landschaft von „geradezu brachialer Schönheit“, die dicht besetzt ist mit den baulichen Zeugen einer großen Geschichte.

Das Jahrtausende alte Kulturland hat immer Fremde angezogen, beginnend mit der mythischen Reise des Jason und seiner Argonauten, die in der Kolchis mit Hilfe der Medea das Goldene Vlies suchten. Wo sie an Land gingen, beginnen wir unsere Rundreise.

Es ist warm und die Luft feucht in der Kolchis wie in einem Treibhaus. Die Böden haben sich mit Wasser vollgesogen, die Vegetation wuchert üppig. Tee gedeiht hier besonders gut, auch Zitrusfrüchte und Wein. Das fruchtbare Schwemmland der kolchischen Niederung begleitet auf gut 100 km den Unterlauf des Rioni-Flusses tief in das Landesinnere. Einige Küstensiedlungen der Region versuchen nach dem Wegfall der beliebten abchasischen Seebäder Touristen anzulocken – mit mäßigem Erfolg. Ganz anders sieht es in und um Batumi aus, der Hauptstadt Adschariens. Hier haben sich touristische Strukturen erhalten und sie wurden sogar durch Hotelneubauten ergänzt. Georgiens drittgrößte Stadt mit ihren etwas heruntergekommenen kleinen Bürgervillen, luxussanierten Zarenpalästen, dem Basar und passablen Stränden mausert sich zum Zentrum des georgischen Badetourismus. Auch Russen finden sich wieder ein und eine Handvoll Westeuropäer fühlt sich in italienische oder griechische Urlaubsorte der sechziger Jahre zurückversetzt.

 

Landeinwärts liegt Kutaisi, die frühere Hauptstadt des antiken Königreichs Kolchis, die auch fast fünf Jahrhunderte georgische Hauptstadt war, als Tiflis unter arabischer Herrschaft stand. Die Metropole Westgeorgiens beherbergt die malerischen Ruinen der Anfang des 11. Jahrhunderts gestifteten Kathedrale „Maria Entschlafen“. Der aufwendig restaurierte Dreikonchenbau mit reicher Bauplastik und Überresten von Mosaikböden zählt wie das 11 km entfernte Gelati-Kloster zum UNESCO-Weltkulturerbe. König Davit IV., eine der überragenden Herrschergestalten des georgischen Hochmittelalters, gründete 1106 den weitläufigen Klosterkomplex von Gelati. Um die beeindruckende Hauptkirche der Muttergottes, deren Fresken und Mosaiken zu den größten sakralen Schätzen Georgiens gehören, gruppiert sich ein Ensemble sehenswerter Klosterbauten.

Aus dem milden Klima der westgeorgischen Landschaften Imeretien und Mingrelien führt uns die Reise in die raue südwestkaukasische Region Swanetien, wo in der Abgeschiedenheit ihrer Hochtäler die ihrem alten Brauchtum verschriebenen, freiheitsliebenden Swanen leben, die sich wenig um das scheren, was im fernen Tiflis beschlossen wird, „die in Wehrtürmen die hohen Gipfel des Kaukasus bewachen, Winter um Winter der Übermacht der Natur trotzen und bei Gelegenheit auch vor Raub nicht zurückschrecken“. Uschguli liegt hier oben, Europas höchstgelegene, ständig bewohnte Siedlung (2.400 m), auch sie mit einem guten Dutzend Wehrtürmen ausgestattet, die dem Dorf das Gepräge einer Festung geben. Sie erinnern an eine noch kein Jahrhundert zurückliegende blutige Vergangenheit, als Sippenfehden und Blutrache unter den Swanen zum Alltag gehörten. Die Dörfer des Oberen Swanetien mit den martialischen fünfstöckigen Wehrtürmen stehen auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Ehe wir weiter im Osten in diese Bergwelt zurückkehren, geht es hinunter durch die Ebene an den Fuß des Kleinen Kaukasus nach Borjomi, einem beliebten Kurort mit berühmten Mineralwasserquellen. In Borjomi wurde mit massiver deutscher Unterstützung ein Nationalparkkonzept verwirklicht, das für die Planung weiterer Vorhaben Modellcharakter besitzt. Den Borjomi-Kharagauli-Nationalpark im Kleinen Kaukasus gibt es seit April 2001. Seine Fläche von 68.000 ha umfasst Waldbiotope, Schluchten und alpine Wiesen in Höhen zwischen 400 und über 2.400 m. Hier hat der extrem seltene Kaukasus-Hirsch ein Rückzugsgebiet. Braunbären, Luchse, der Turkmenische Wolf, Uhu und Steinadler können bei einer Pirsch in Begleitung eines Park-Rangers beobachtet werden.

Von Borjomi führt die Route durch schöne Täler in die Dshavacheti-Provinz in Grenznähe zur Türkei zu einem der meistbesuchten georgischen Kulturdenkmäler, dem Höhlenkloster Wardsia. Es wurde während der Regierungszeit der hochgeschätzten Königin Tamar im 12. Jahrhundert in einen steilen Felshang hineingetrieben. An die 2.000 Säle und Kammern, so ist glaubwürdig überliefert, waren durch kilometerlange Stollen miteinander verbunden, in denen zur Blütezeit 800 Mönche lebten. In Krisenzeiten konnte das Höhlensystem rund 50.000 Menschen sicheren Unterschlupf gewähren. Das zweite der drei georgischen Felsenstadtensembles heißt Uplisziche und liegt etwa 10 km von der Stadt Gori entfernt. Oberhalb des linken Kura-Ufers schichtet sich die in den Fels gehauene Stadt unregelmäßig über einen Gipfel. Ihre Anfänge liegen vermutlich im 2. vorchristlichen Jahrtausend und bis in das 18. Jahrhundert war die als uneinnehmbar geltende Stadtfestung bewohnt. Die erwähnte Provinzstadt Gori, eine Autostunde von Tiflis entfernt, zehrt von ihrer Vergangenheit als Geburtsort des Despoten Stalin. Über die Familienhütte, in der er die ersten vier Jahre seines Lebens verbrachte, hat man einen auf zwanzig Säulen ruhenden Tempel gestellt. Davor parkt auf dem Rasen der grüne gepanzerte Eisenbahnwaggon, in dem Stalin an die Front und zu den Konferenzen mit den Alliierten reiste. Gegenüber dem „Tempel“ gibt es ein Stalin-Museum, besser gesagt: eine Stalin-Kultstätte. „Es zeigt nichts, weil es die Wahrheit verschweigt“, wie ein Besucher treffend bemerkte. Stalin wird in seiner Heimatstadt noch immer als Held verehrt und wie um das zu bestätigen, rief ein Passant von der anderen Straßenseite herüber: „Stalin ist unser Stolz, er war ein Genie“.

Dann endlich liegt sie vor uns, die Millionenstadt Tiflis (Tblissi) in einem Talkessel an den Ufern des Flusses Kura, den die Einheimischen Mtkvari nennen. Den schönsten Blick auf Georgiens Metropole hat man vom Davidsberg. Eine Seilschwebebahn führt hinauf. In der Ferne grüßen die Kaukasusgipfel und zu Füßen erkennt man die alten Quartiere der Stadt, die sich so auffällig von den modernen Stadtvierteln absetzen. Das alte Tiflis des 18. und 19. Jahrhunderts mit seinen farbenfrohen, zweistöckigen Holzhäusern, denen große Veranden und spitze Baldachine, Laubengänge und offene Treppenhäuser ihren besonderen Reiz verleihen, ist akut gefährdet. Dieses „Alte Tbilissi“, sein mittlerweile weltweit einzigartiges Holzhausensemble zu erhalten, ist wohl nur mit internationaler Unterstützung möglich.

Unzählige alte Kirchen lohnen den Besuch. Geschichtsmuseum und Kunstmuseum öffnen den Blick auf die reiche Geschichte des Landes und im Bäderviertel, wo die heilenden Schwefelquellen sprudeln, lässt es sich geruhsam pausieren, ehe man sich in das südländische Treiben der Flaniermeile Rustaweli-Prospekt stürzt.

Kein Besuch in Tiflis ohne einen Ausflug in das nahe Mzcheta! Die alte Hauptstadt Georgiens in frühchristlicher Zeit liegt am Zusammenfluss von Kura und Aragwi. Sie ist das bedeutendste religiöse Zentrum des Landes. Die Sweti-Zchoweli-Kathedrale, wo Georgiens Könige gekrönt wurden und nach der Überlieferung der Leibrock Christi aufbewahrt wird, und die Dschwari-Kirche zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sehenswert auch das nahe gelegene Nonnenkloster Samtawro aus dem 11. Jahrh., in dessen Erlöserkirche sich die Grabstätten des ersten christlichen Herrscherpaares Georgiens befinden.

Mehr Zeit und Kondition verlangt eine Tour entlang der Georgischen Heerstraße durch eine außergewöhnlich reizvolle Landschaft zunächst zu der auf einem Vorgebirge thronenden Wehrkirche Ananuriund dann weiter in die Hochlagen des Großen Kaukasus. Die Georgische Heerstraße – sie verbindet Tiflis mit dem nordossetischen Wladikawkas in der Russischen Föderation – berührt Gudauri, Georgiens beliebtesten Wintersportort, und erreicht den Kreuzpass, der trotz seiner beachtlichen Höhe von 2.395 m der niedrigste Pass der kaukasischen Hochgebirgskette ist. Durch hochalpine Landschaften geht die Fahrt nach Kasbegi vor der Kulisse des 5.033 m hohen Kasbek, den die Georgier Mkinvartsveri („Eisgipfel“) nennen. Nicht weit von hier balanciert grandios auf einer Felsnase die Gergeti-Dreifaltigkeitskirche und dann folgt die Heerstraße dem Terek-Fluß in die imposante, sagenumwobene Darjal-Schlucht bis an die russische Grenze.

Unsere Tour in den Osten Georgiens führt an Achmeta vorbei, dem letzten Ort vor dem Pankisi-Tal, das seit vielen Jahren ein Refugium für tschetschenische Flüchtlinge und vermutlich auch Kämpfer ist. Nächstes Ziel ist das Städtchen Telavi am Hang der Gombori-Berge. Diese Gebirgsschwelle trennt das Äußere Kachetien, die weite, intensiv bewirtschaftete Hochebene des Iori-Flusses, vom Inneren Kachetien, das im wesentlichen mit dem fruchtbaren Alazani-Tal identisch ist. Beide kachetischen Landschaften nennt der Volksmund „Brotkorb und Weinkeller Georgiens“. Rund um Telavi gibt es nicht nur herrliche Landschaften zu genießen, es lockt auch so manches hochinteressante Architekturdenkmal wie etwa die weißgetünchte Georgskathedrale von Alaverdi aus dem 11. Jahrhundert oder die Akademie und drei Kirchen des Klosters von Ikalto, dessen Entstehung sich bis in das 6. Jahrhundert zurückverfolgen lässt sowie das schon im 5. Jahrhundert gegründete Kloster Alt-Schuamta nebst Neu-Schuamta, das im 16. Jahrhundert die Nachfolge antrat. Weiter geht es durch die Einsamkeit der Steppe auf steiniges Gelände zur dritten georgischen Felsenstadt, dem Höhlenkloster Davit Garedschi. Seine Anfänge liegen in frühchristliche Zeit, als hier nach und nach 13 Klöster in den weichen Sandstein gegraben wurden mit Kirchen, Mönchszellen, Versammlungsräumen. Dieses einst bedeutende religiöse und kulturelle Zentrum Ostgeorgiens zerbrach unter den Invasionen von Mongolen, Persern und Osmanen.

Im äußersten Südosten erstreckt sich zwischen Iori- und Alazani-Fluss die Bergsteppe von Shirak, die sich nach Süden langsam abstuft und am riesigen Stausee von Mingetschaur die Grenze zu Aserbaidschan bildet. Seit alters her führen die Fernwege nach Persien durch diese „geschlossene Siedlungskammer mit zahllosen z. T. auch mehrschichtigen Niederlassungen aus unterschiedlichen Zeitperioden“, wie das Deutsche Archäologische Institut verrät, das hier seit Jahren Ausgrabungen vornimmt. Eckart Fiene

Naturraum

Gebirge bestimmen das Landschaftsbild Georgiens; über die Hälfte des Landes liegt höher als 1.000 m. Der Große Kaukasus mit dem Kasbek (5.033 m) bedeckt die nördlichen Landesteile, während der Kleine Kaukasus mit Höhen bis 3.300 m im Süden eine natürliche Grenze bildet. Die sich von Nordwest nach Südost erstreckenden zwei Gebirgszüge sind durch das Surami-Gebirge miteinander verbunden. Diese knapp 2.000 m erreichende Gebirgsschwelle formt eine Wasser- und Klimascheide zwischen den westlichen Flachlandgebieten und den stärker reliefierten Senkungszonen der östlichen Landesteile.

Fauna / Flora

Ähnlich vielfältig wie Landschaftsformen und Klima zeigt sich die Tier- und Pflanzenwelt. Unter Naturkundigen zählt der Kaukasus mit seinen südlich angrenzenden Landschaften zu den 25 global bedeutenden Kerngebieten der Artenvielfalt, die es langfristig zu sichern gilt. Auf kleinstem Raum entwickelten sich hier einzigartige Biotope und Biozönosen. 43 % der Fläche Georgiens sind bewaldet. Man schätzt, dass im Lande etwa 13.000 Pflanzenarten gedeihen, darunter 400 endemische. Die ungewöhnliche Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten veranlasste die Regierung, 20 % des Staatsgebiets unter Naturschutz zu stellen.

Klima

Die Schwarzmeerküste und die sich anschließende Kolchis (Kolchische Niederung) weisen subtropisches Klima auf. Hier werden atlantisch-mediterrane Luftmassen wirksam, die für milde Winter, mäßig warme Sommer, reiche Niederschläge (bis zu 2.500 mm!) und eine üppige Vegetation sorgen. Östlich des Surami-Gebirges nimmt das Klima kontinentale Züge an. Die Winter sind deutlich kälter, die Sommer trocken-heiß, die Niederschlagsmenge sinkt bis auf 200 – 300 mm. Die Region nimmt den Charakter eines von Trockenwäldern durchsetzten Steppenlandes an. In den Gebirgszonen herrscht alpines Klima.

Reisezeit

Zwischen April/Mai und September/Oktober ist das Reisen angenehm. In einigen östlichen Landesteilen kann es von etwa Mitte Juni bis Mitte August recht heiß werden.

Geld

Die georgische Währung heißt Lari (1 Lari = 100 Tetri), internationale Abkürzung GEL. US-Dollar und Euro können problemlos umgetauscht werden. Die gängigen Kreditkarten werden fast überall akzeptiert.

Einreisebestimmungen

Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder aus EU-Ländern reicht für die Einreise ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Wer länger als 360 Tage im Lande verweilen will, benötigt zusätzlich ein Visum. Um mögliche Schwierigkeiten mit dem Perso zu vermeiden, wird der Reisepass als Reisedokument empfohlen.

Sicherheitshinweise

Die Autonome Republik Abchasien und das Autonome Gebiet Südossetien haben sich 1992 bzw. 1991 für unabhängig erklärt und von Georgien losgesagt. Die georgische Zentralregierung in Tblissi (Tiflis) hat keine Kontrolle über die abtrünnigen Teilrepubliken. In den genannten Gebieten bestehen erhebliche Sicherheitsrisiken. Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Abchasien grundsätzlich ab und warnt ausdrücklich vor Reisen nach Südosssetien und in die unmittelbare Nähe der Konfliktregion. Im übrigen Georgien ist die Sicherheit gewährleistet.

Medizinische Versorgung

Sie entspricht nicht dem europäischen Standard. Auch wenn z. Zt. keine Impfungen vorgeschrieben sind, empfiehlt sich vor Reiseantritt die Auffrischung des Impfschutzes (Diphtherie, Tetanus unbedingt, ratsam auch Hepatitis A ). Im Sommer besteht ein erhöhtes Risiko von Durchfallerkrankungen. Mittel dagegen gehören ebenso in die Reiseapotheke wie Medikamente gegen Fieber und Schmerzen. Der Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung mit garantiertem krankheits- oder unfallbedingtem Rücktransport ist dringend zu empfehlen.

Lage

ImWesten Transkaukasiens, am Ostufer des Schwarzen Meeres. Nördlicher Nachbar ist die Russische Föderation. Im Südosten grenzt die Republik an Aserbaidschan, im Süden an Armenien, im Südwesten an die Türkei.

Fläche

69.700 km ² (entspricht etwa der Größe Bayerns). Die Zentralregierung in Tblissi (Tiflis) hat seit 1992 bzw. 1993 über knapp 18 % des Staatsgebiets keine Kontrolle (Abchasien, Südossetien).

Staat

Eigenbezeichnung: Sakartvelo. Georgien erlebte im Mittelalter seine Blütezeit. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Land vom zaristischen Russland annektiert, erlebte später wenige Jahre der Unabhängigkeit, um 1921 von der Roten Armee besetzt und in die UdSSR eingegliedert zu werden. 1991 Proklamation der Unabhängigkeit. 1992 wurde der frühere sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse georgisches Staatsoberhaupt. Militärische Konflikte zwischen 1989 und 1993mitderAutonomenRepublikAbchasien und dem Autonomen Gebiet Südossetien, die sich von Georgien lossagten und Russland annäherten, warfen das Land in seiner Entwicklung dramatisch zurück. Etwas anders lag der Konflikt mit der Autonomen Republik Adscharien, die jahrelang von einer quasimafiosen Familiendynastie regiert wurde, ohne freilich den Austritt aus dem georgischen Staat zu erklären. 2004 setzte sich ihr dubioser Machthaber Abaschidse nebst Clan nach Moskau ab und Adscharien kehrte unter die Herrschaft der Zentralregierung zurück.     Ungleich schwieriger gestaltet sich das Ringen um die beiden anderen abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien auch deshalb, weil Moskau beide Gebiete benutzt, um seine Interessen in der Schwarzmeer- und Kaukasusregion zu bekräftigen. Im Herbst 2006 unterbrach die Russische Föderation alle Verkehrsverbindungen von und nach Georgien und verhängte ein Importverbot für georgischen Wein, Cognac, Mineralwasser und andere Agrarprodukte. Die Spannungen zwischen beiden Ländern spitzten sich zu und entluden sich im August 2008 in einem brutalen Waffengang, den Russland als Sieger beendete und Abchasien sowie Südossetien als unabhängige Staaten anerkannte.

Hauptstadt

Tbilissi (Tiflis) mit ca. 1,1 Mio. Einwohnern (Stand Januar 2011)

Bevölkerung

Die für das Kaukasusgebiet so charakteristische ethnische Differenzierung spiegelt sich auch in Georgien wider. Rund 100 zum Teil eng verwandte, zum anderen Teil aber in Kultur, Sprache, Religion sehr unterschiedliche Volksgruppen siedeln auf georgischem Territorium. Neben der Titularnation der Georgier (ein Zusammenschluss verschiedener autochthoner Kaukasusstämme, Eigenbezeichnung: Kartveli), die 71 % der Gesamtbevölkerung von 4.469.200 (Stand Januar 2011) ausmacht, sind Armenier mit 7 %, Aserbaidschaner (6 %), Russen (9 %), Osseten (3 %, Nachfahren der iranischstämmigen Alanen), Abchasen (ein autochthones Kaukasusvolk) und Griechen mit je 1,8 %, Ukrainer (1 %), Kurden (0,6 %) weitere zahlenmäßig relevant vertretene Ethnien. Seit dem Ende der S.U. verzeichnet Georgien einen Bevölkerungsrückgang von über einer Million.

Religion

65 % der Einwohner des Landes sind Mitglieder der Georgischen Orthodoxen Kirche, 10 % bezeichnen sich als Anhänger der Russischen Orthodoxen Kirche, 8 % gehören zur Armenischen Apostolischen Kirche. 11 % der georgischen Bevölkerung sind Muslime: Die Aserbaidschaner hängen mehrheitlich der schiitischen Glaubensrichtung an, die Adscharen der sunnitischen, auch die Abchasen sind überwiegend sunnitische Muslime, zu einem geringen Teil orthodoxe Christen.

Sprache / Schrift

Die georgische und die adscharische Sprache gehören zum südwestlichen Zweig der Kaukasussprachen (Kartveli-Sprachgruppe), dagegen zählt Abchasisch wie auch das verwandte Tscherkessisch zur nordwestkaukasischen Sprachgruppe. Das Idiom der ossetischen Minderheit gehört zur nordöstlichen Gruppe der iranischen Sprachen. Andere wichtige Minderheitensprachen sind Russisch, Armenisch und Aserbaidschanisch. Georgisch ist Amtssprache, Russisch (mit rasch abnehmender Bedeutung) gilt als „interethnische Kommunikationssprache“. Nach der Überlieferung wurde die georgische Schrift im 3. Jahrhundert eingeführt, Schriftzeugnisse existieren seit dem 5. Jahrh. Als Schrift dient das seit dem 5. Jahrh. gebräuchliche Mchedruli-Alphabet. Neben dem Armenischen ist Georgisch die einzige Sprache des Kaukasus mit einer alten Literatur. Abchasen und Osseten benutzen das kyrillische Alphabet.

Verkehr

Hier liegt noch vieles im argen. Straßen und Eisenbahntrassen, das rollende Material von Waggons bis Bussen, aber auch das Telefonnetz, sind reif für eine Rundumüberholung.

Wirtschaft

Der georgische Industriesektor lag nach dem Ende der S.U. lange Zeit brach. Nach der Jahrtausendwende führten Reformvorhaben und Umstrukturierungen zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. 2008 brachte der August-Krieg mit Russland einen erneuten Einbruch, aus dem die internationale Gemeinschaft mit umfangreicher finanzieller Unterstützung heraushalf. Investitionen in Verkehrs- und Infrastrukturmaßnahmen sowie in den Tourismussektor wurden getätigt. Die 2006 von Russland verhängten Wirtschaftssanktionen beeinträchtigten besonders den Agrarsektor, der sich dringend wandeln und neue Märkte erschließen muss. Noch immer leben 55 % der Georgier von der Landwirtschaft, die zumeist als Subsistenzwirtschaft praktiziert wird. Auf dem Weltmarkt hat Georgien wegen der geringen Qualität und hoher Produktionskosten seiner Erzeugnisse einen schweren Stand. Optimistisch wird der Tourismussektor eingeschätzt und groß sind die Hoffnungen, die man auf ausländische Investoren setzt: hier geht es zum einen um die Ausbeutung der reichen Vorkommen georgischer Bodenschätze, vor allem aber um die Funktion Georgiens als Energietransitland (zwei Ölpipelines und eine Gaspipeline) zwischen den Lagerstätten am Kaspischen Meer (Aserbaidschan) und Schwarzmeer- bzw. Levantehäfen (Supsa in Georgien und Ceyhan sowie Erzurum in der Türkei).

Tourismus

Fremdenverkehr in großem Maßstab ist bis auf weiteres nicht zu erwarten. Nach dem Wegfall der besonders unter Russen beliebten abchasischen Küste („Sowjet-Riviera“) mit den Badeorten Suchumi, Pizunda und Gagra, bemüht man sich verstärkt um die touristische Entwicklung von Batumi und anderer alternativer Küstenbäder. Auch die Erschließung der Bergwelt des Kaukasus für den Wander- und Ski-Tourismus sowie die Verbesserung der touristischen Infrastruktur von Tiflis und diversen Kurbädern stehen auf dem Programm.

 

Quellen der Texte: Chill – Reisen und Schwarzundweiss Reisemagazin !

 

 

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2 Kommentare Add your own

  • 1. Katrin Tevdorashvili  |  August 28, 2012 um 7:52 am

    Sehr geehrter Herr Redl,

    wenn Sie schon von unserer Webseite Texte übernehmen, dann bitte mit Quellenangabe:

    „Wer ein aufregendes Land kennenlernen möchte ist in Georgien genau richtig: Berge und Meer in unmittelbarer Nachbarschaft, UNESCO Weltkulturerbe, Jugendstil und Nightlife in Tbilisi, der heißen Metropole des Südkaukasus. In Georgien finden Sie die Wurzeln Europas und den Schlüssel zur Welt.“

    http://georgia-insight.eu/index.html

    vielen Dank!

    Katrin Tevdorashvili
    Georgia Insight

    P.S. das gilt für die Texte von Chili-Reisen und dem Schwarzaufweiß Reisemagazin sicher ebenso!

    Antwort
    • 2. joergredl  |  September 3, 2012 um 7:34 am

      Danke für den Hinweis !
      Habe den Text den Sie beanspruchen als den Ihren rausgenommen – wollte niemanden
      deswegen verletzten oder beleidigen…. nur das schöne Land vorstellen !
      Hoffe sie sind mit der Änderung zufrieden
      Mfg
      JörgRedl

      Antwort

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