Insel Kastelorizo „Griechenland nahe Türkei“

Mai 20, 2012 at 2:30 pm Hinterlasse einen Kommentar

Kastelorizo: Wir segeln von der türkischen Stadt Kalkum zur griechischen Insel Kastelorizo – herrlich… beim Anlegen vor dem Restaurant Lazarakis hilft uns der Wirt und spendiert auch gleich 1 L Weißwein und Oliven … wir sitzen auf blauen Sesseln 2 m vom Katamaran entfernt, direkt am Meer !

  

Manche bleiben gleich 6 Stunden sitzen … manche machen einen Rundgang durch den Ort bis zur Ruine mit tollem Ausblick !

Wir essen nach vielen Litern Weißwein auch gelich dort zu Abend – das Essen ist ganz gut , wenn auch ein bisschen lieblos zubereitet – aber dafür ist die Lage zu Boot, bucht und sogar Supermarkt optimal  – hier ein paar Infos zur Insel und Fotos auf FLICKR 😉   (rj);

Kastelorizo ( griechisch Καστελόριζο) auch Kastellorizo „rote Festung‘,ist eine griechische Insel im östlichen Mittelmeer, rund drei Kilometer vor der türkischen Küste. Sie liegt 120 km östlich von Rhodos und bedeckt 9,11 km². Mit einigen umliegenden Inseln und Felsen bildet sie die mit rund 12 km² zweitkleinste Gemeinde der Region Südliche Ägäis und die östlichste Gemeinde Griechenlands. Sie erhebt sich mit dem Gipfel des Vigla bis auf eine Höhe von 273 m ü. d. M.

Nach dem Anschluss des Dodekanes und damit Kastelorizos an das moderne Griechenland wurde der antike Name der Insel, Megisti , nach einem mythischen ersten Siedler namens Megisteas) als offizielle Bezeichnung eingeführt. Aufgrund der geografischen Nähe wurde sie auch von der Türkei beansprucht.

Geschichte

Die Insel war bereits in antiker Zeit besiedelt, wie die Ruinen der im Landesinneren gelegenen alten Hauptstadt Paleokastro bezeugen. Mit dem übrigen Griechenland gehörte Kastelorizo zum Reich Alexander des Grossen, zum Römischen Reich und zum Byzantinischen Reich. 1306 wurde die Insel durch Ritter des Johanniterorden aus Rhodos erobert, die die Insel zu einer mächtigen Festung ausbauten, was nach einer von mehreren Theorien zur Etymologie der Insel ihren jüngeren Namen gegeben haben soll, denn das Gestein des Kastells war von rötlicher Färbung.

Zu den Eroberern der nächsten Jahrhunderte gehörten ägyptische Sarazenen und Franken. 1552 fiel Kastelorizo an das Osmanische Reich. In der Folge erfreuten sich die Bewohner religiöser, kultureller und wirtschaftlicher Privilegien, und so stieg die Handelsflotte der Insel zur größten des Dodekanes auf.

Im 1. Weltkrieg wurde die Insel am 28. Dezember 1915 von französischen Truppen besetzt. Bis Kriegsende wurde die Insel häufig vom türkischen Festland aus beschossen. Am 11. Januar 1917 wurde dabei das englische Schiff HMS Ben – my – Chree versenkt; 1921 wurde es geborgen und verschrottet.

1922 kam die Insel unter italienische Verwaltung. Die Italiener, die bereits seit 1912 über die anderen Inseln des Archipels herrschten, traten auf Kastelorizo als Kolonisten auf und waren unter der Bevölkerung entsprechend unbeliebt. In dieser Zeit wanderte ein großer Teil der Bewohner der Insel aus, vor allem nach Australien. Unter der italienischen Besatzung diente die Hafenbucht Kastelorizos Wasserflugzeugen der Alitalia und Air France in den 1930er-Jahren als Zwischenstopp auf Flügen nach Afrika und in den Nahen Osten.

Im 2. Weltkrieg versuchten die Briten Anfang 1941 erfolglos die Insel zu erobern. Erst im September 1943 nach der Kapitulation Italiens konnten sie Kastelorizo besetzen. Die verbleibenden Inselbewohner wurden evakuiert bzw. zum Verlassen der Insel genötigt und wurden über Zypern, Ägypten und Palästina verstreut. Im Sommer 1944 wurde Kastelorizo während eines deutschen Angriffs von den Briten aufgegeben. Bei diesem Rückzug fing ein Munitionslager Feuer; die Explosion zerstörte mehr als die Hälfte der Häuser auf der Insel.

1947 wurde Kastelorizo ein Teil Griechenlands. Rund 300 der zuvor umgesiedelten Bewohner wollten im Oktober desselben Jahres auf die Insel zurückkehren. Bei einem Feuer auf ihrem Schiff kamen jedoch 35 Menschen um. Als die Überlebenden zwei Monate später die Insel erreichten, fanden sie ihre Häuser zerstört und geplündert vor. Viele von ihnen entschlossen sich endgültig zur Auswanderung.

Im Jahr 1920 hatte Kastelorizo noch rund 20.000 Einwohner, heute sind es etwa 400. Sie werden mit beträchtlichen Subventionen vom griechischen Staat unterstützt, um türkischen Gebietsansprüchen entgegenzutreten. Zum Symbol griechischer Beharrlichkeit wurde Despina Achladioti, die „Frau von Ro“. Diese Schäferin war die einzige Bewohnerin der winzigen Insel Ro, die westlich von Kastelorizo liegt. Bis zu ihrem Tod 1982 hisste sie jeden Morgen in Sichtweite der türkischen Küste die griechische Fahne und holte sie abends wieder ein.

In Australien leben heute rund 10.000 Nachkommen der Inselbewohner und sind dort als „Kassies“ bekannt.

Der Hauptort der Insel glich noch vor zwei Jahrzehnten größtenteils einer Geisterstadt. Seitdem wurden auf der Insel aber viele alte zerfallene Bauten wieder zu neuem Leben erweckt. Unter den eingewanderten Ausländern sind viele Italiener. In jüngster Zeit läuft auch ein bescheidener Tourismus auf der Insel an. Der Ortskern am Hafen ist zum Teil aufwändig restauriert – auch mit Hilfe staatlicher Mittel –, die Ruinen um ihn herum sind überwuchert und fallen kaum ins Auge.

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhundert hat der griechische Staat aus politischen Gründen (Hoheitskonflikt mit der Türkei) unverhältnismäßig viel Geld in die Insel investiert, so dass beispielsweise die Betreuung der wenigen Schüler und die ärztliche Versorgung besser waren als auf vielen größeren griechischen Inseln. Auch die Fähr- und Flugverbindungen waren bzw. sind subventioniert, um den Verkehr zur Insel und deren Versorgung sicherzustellen.

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