Sardinien „non solo mare“ ….

Mai 27, 2011 at 12:07 pm Hinterlasse einen Kommentar

 

Sardinien besteht nicht nur aus Strand und Meer. Natürlich nicht. Sardinien hat weiß Gott, oder wissen die Sarden 😉 mehr zu bieten als nur Strand, Sonne und Mittelmeer. Und so heißt eine Kampagne denn auch: Sardegna non solo mare!

Sulcis und Iglesiente sind die Regionen im Süden, die genau dies beweisen wollen, denn jenseits des Meeres gibt es einiges zu entdecken für Genießer und Ruhesuchende, für Abenteurer und Sportler. Die sardische Küche etwa ist phänomenal, die Zutaten frisch und aus der Region, und allein die sardischen Brote wären einen eigenen Roman wert. Sie sind es auch, und die Banco de Sardegna hat einen gewichtigen Kunstkatalog darüber herausgegeben. Welche Brote können das schon von sich behaupten? Pane Carasau heißt das papierdünne, harte Fladenbrot und wird auch carta da musica genannt, Notenblatt, Pane Frattau nennt sich das Tomatenbrot mit Ei. Brote kommen in den verschiedensten Formen daher und könnten oft genug als Skulpturen durchgehen.

Dem stehen die lokalen Süßigkeiten in nichts nach. Sardische Plätzchen werden in stundenlanger Handarbeit gedreht, geknetet und geformt. Die Ergebnisse in hellblau, rosa, weiß und mehr können sich sehen lassen und, vor allem, schmecken sie! Die Seadas sind inzwischen legendär und auch in teuren Speiselokalen zu haben: Es handelt sich um eine Art Teigtaschen, die mit Frischkäse gefüllt und mit Honig übergossen werden.

Und auch der Honig kommt in verschiedensten Formen und Farbintensitäten daher: fest oder flüssig, goldbraun oder hellgelb, aus tausend Blüten (mille fiori) oder aus den Früchten des Erdbeerbaums (corbezo). In Santadi gibt es eigens „La Casa del Miele“, wo Honigliebhaber alles Weitere erfahren und erstehen können

Die Nudelgerichte seien einfacher gestrickt, meinen Sie? Seien Sie gewarnt: Die Pastakunstwerke getraut man sich oft gar nicht anzurühren, solche Bellezza strahlen sie aus. Doch das nächste Problem folgt auf dem Fuß: Hat man die erste im Mund, so kann man nicht mehr davon lassen, denn sie schmecken fabelhaft. Ravioli mit Ricotta und Nusssoße im „Ristorante da Letizia“ in Nuxis etwa oder die handgerollte Fregola, goldgelbe Nudelbällchen aus Wasser, Hartweizengries und Weizenmehl, die wir in Tratalias versuchen selbst zu produzieren, denn auch Kochkurse können hier belegt werden – für diejenigen, die gern tiefer in die Materie einsteigen möchten. Das ist Kunst, das Auge isst schließlich mit, und auf Sardinien tut es das besonders gerne.
Und natürlich gehört hier zum guten Mahl ein edler Tropfen. Rafaele Cani von der Kellerei Santadi im gleichnamigen Ort erklärt gerne und genau, denn der Wein ist seine Passion. Vermentino lagert hier in den Tanks, ein leichter, spritziger Sommerwein und Sardiniens dominierende Rebsorte.

Bei Rotweinen ist auf der Insel Cannonau di Sardegna, ein schwerer Wein, vorherrschend. In den Barrique-Fässern reift der schwere Carignano di Sulcis. Dunkelrot und äußerst fruchtig soll der „Terre Brune“ sein. Rafaele führt mit Begeisterung durch die Keller und lockt zu einer anschließenden Verkostung in einen gemütlichen holzgetäfelten Raum. Das fühlt sich schon fast familiär an.

In so manchem Agriturismo auf dem Lande, in etwa vergleichbar unserem Urlaub auf dem Bauernhof, gibt es denn auch Familienanschluss gratis, Essen satt, vielleicht abendliche Akkordeonmusik und die Blicke von hoch oben auf den Bergen hinunter an die Küste. Heute wird der lokale Erdbeerbaumhonig vorgestellt, morgen wird ein Zicklein gegrillt, neben dem Feuer wohlgemerkt. Das dauert ca. vier Stunden. Dass die Slow-Food-Bewegung hier viele Anhänger hat, verwundert nicht. Und: „Es gibt Orte, in denen mehr Ziegen leben als Einwohner!“, sagt Rafaele. Kein Wunder, leben doch mehrere hunderttausend Ziegen und um die drei Millionen Schafe auf der Insel. Kleinwüchsig sind sie, wie die meisten Tiere und Menschen hier, und die Vegetation auch. Doch großartig sind die Portionen und die Ausblicke! Darauf trinken wir den obligatorischen Mirto (Likör aus Myrtenbeeren). Salute!

In und um Iglesias gibt es viele verlassene Minen, die man erkunden kann wie Indiana Jones, schließlich will man die Pfunde auch wieder loswerden! Erkunden könnte man auch den mystischen römischen Tempel von Antas im Iglesiente, hoch oben auf einer Wiese auf einem Hügel thronend, der auf den Trümmern eines punischen Heiligtums errichtet wurde. Führungen werden von der Kooperative „Start Uno“ angeboten, die auch Wander- oder Radtouren sowie Erklärungen und Vorführungen zu sardischen Traditionen wie Käseherstellung, Korbflechten etc. anbietet.

Nora, eine ehemals phönizische Siedlung, die ca. 1000 v. Chr. gegründet und, später von den Römern übernommen wurde, ist ebenfalls ein Muss. Die Fußbodenmosaike in einer ehemaligen Patriziervilla sind ebenso beeindruckend wie die Überreste des Äskulap- oder des Tani-Tempels und des Amphitheaters, in dem alljährlich Aufführungen wie das Festival „La Notte dei Poeti“ im Sommer stattfinden.

… und dann doch noch das Meer

Oder lieben Sie Wandern, Trekking, Mountainbiking? Dies hier ist ein Eldorado dafür! Vielleicht klettern Sie gar auf den Pan di Zucchero, einen mächtigen Felsen bei Nebida. Wir lugen um die Ecke. Da glitzert es. Türkisgrün, tiefblau. Am Ende ist es ja doch noch da: das Meer… 😉

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Sardinien … ein Smaragd ! „Diamanten“ an der Smaragdküste ….

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