Mali „Timbuktu, Djenne, Dogonland…“

Januar 29, 2011 at 10:44 am Hinterlasse einen Kommentar

Unser nächstes Ziel ist Mali – unverständlich, dass es für dieses Land eine Reisewarnung gibt – klar die Wüste im Norden kann ! gefährlich sein – aber die Menschen sind wie in allen drei Ländern freundlich und wirklich nett. 

Mali ist ein Traumreiseziel – Timbuktu, Mopti, Nigerfluss, Djenne mit dem Montagsmarkt und das Dogonland – es ist unglaublich !  Jemand der gerne reist muss Mali gesehen haben – es gibt soviele „Highlights“ und kaum etwas ist zu toppen !

 

Das Programm ist wie nachstehend:  

8. Tag:  Sonntag, Sevare/ Mali (450 Km)
Die recht lange Fahrstrecke ins kulturelle Zentrum nach Mali führt über Teerstrassen und Pistenabschnitte durch eine typische Landschaft der Trockensavanne. Baumwolle, Hirse, Erdnüsse und Tabak zieren je nach Jahreszeit den Straßenrand, Affenbrotbäume und Mangobäume, hellblaue Senegalracken und Milane beleben das weitläufige Landschaftsbild. Nicht weit nach der Grenzüberschreitung durchfahren wir die ersten Dogondörfer mit ihren typischen, zylindrisch gebauten Vorratsspeichern und am Horizont eröffnet sich uns das Bild der Ausläufer des berühmten Bandiagaramassivs. Hallo Mali, wir kommen! Übernachtung in einem einfachen Hotel in Sevare/ Mopti.

9. Tag:  Montag, Tagesexkursion Djenne Montagsmarkt (250 Km)
Frühmorgens geht es los. Gegen 11:00 überqueren wir den Banifluss mit einer Fähre und kommen in Djenne an. Djenne ist Geschichte! Wer die mittelalterlich anmutende Stadt abseits des hektischen Markttreibens erkundet und wer sich in den engen Gassen zwischen den aus Flusslehm erbauten Quaderbauten Zeit lässt, verweilt und besinnt, der wird sich angesichts der zahlreichen historischen Zeugnisse und der ursprünglichen Lebensweise der Einwohner in einem lebendigen Freilichtmuseum wähnen! Kenner Afrikas charakterisieren Djenne deshalb als unübertroffenes Beispiel einer bis heute authentisch lebenden Sahelstadt. So, wie Sie die Stadt heutzutage erleben, soll es vor Jahrhunderten überall im Binnendelta des Niger zugegangen sein! Aus diesem Grunde ist Djenne Weltkulturerbe der UNESCO. Während des Wasserhöchststandes des Baniflusses ist Djenne eine Flussinsel und genießt eine ausgezeichnete Schutzlage. Die Insellage der Stadt garantiert den Baustoff der Lehmhäuser und Moscheen und ist zugleich auch Grund der traditionellen wirtschaftlichen Verflechtung mit der „Zwillingsstadt“ Timbuktu: Auf Pinassen gelangten vor allem Gold und Sklaven nach Norden und wurden eingetauscht gegen das so wichtige Saharasalz aus den Tagesabbaustätten von Taoudenni. Im Herzen der Stadt liegt die weltgrößte Lehmmoschee aus dem Jahre 1907/08. Der quadratische Rechteckbau mit seinen Portaleingängen, Zinnen und Türmen ist das größte Lehmbauwerk der Welt. Die Fassade ist durch nach vorne versetzte Minaretttürme gegliedert, die von den charakteristischen Holzbalkenbündeln der sudanesischen Lehmmoscheen geprägt sind. Alle drei Türme enden in von Straußeneiern gekrönten Zinnen. Straußeneiern werden im gesamten westafrikanischen Sahel magische Abwehrkräfte nachgesagt. Heute ist Montag – der wöchentliche Markttag in Djenne. Wir lassen unseren Bus am Baniufer zurück und überqueren den Seitenarm des Niger mit einer Piroge. Am anderen Ufer erwartet uns ein Transferbus nach Djenne. Machen Sie sich gefasst auf „Afrika pur“! Auf dem freien Platz vor der großen Lehmbaumoschee werden alle Produkte der Region in einem kaum zu übertreffenden Markszenario angeboten. Okra-Schoten, Tamarinden, Baobabblätter, Malvenblätter, geräucherter Fisch, Chilischoten, getrocknete Zwiebeln und Tomaten, Feigen, Mangos usw. werden korbweise von schwitzenden Marktfrauen aufreißerisch feilgeboten. Der Markt gleicht einem Ameisenhaufen. Das ist echtes, traditionelles Afrika! Afrika pur! Am Spätnachmittag fahren wir zurück nach Sevare.

10. Tag:  Dienstag, Inlandflug nach Timbuktu, Stadtbesuch
Am frühen Morgen 7:00 Check-in zum Inlandflug nach Timbuktu. Timbuktu, die bis 1890 für „Ungläubige“ verbotene Stadt, hat für Europäer bis heute einen legendären Ruf. Eine Reise nach Timbuktu gilt als Abenteuer „bis ans Ende der Welt“ oder gar als „Fahrt in die Hölle“. Bis zum 19. Jahrhundert scheint das gerechtfertigt, denn zwischen dem 16. Jahrhundert und 1853 versuchen mindestens 43 Abenteurer und Entdecker die Stadt zu betreten – gerade vier von ihnen gelingt es. Ein wahres Rennen auf Timbuktu setzt ein, als die Geographische Gesellschaft 1824 in Paris jenem Entdecker 10.000 Goldfranken verspricht, der als Erster lebendig von der Stadt zurückkehrt und einen glaubhaften Bericht von den dortigen Zuständen liefern kann. Bis heute, zu Beginn des dritten Jahrtausends, hat Timbuktu nichts von seinem Abenteurercharakter verloren. Die Stadt ist nur per Flugzeug, mit Vierrad angetriebenen Geländefahrzeugen oder auf dem Wasserweg erreichbar. Hier fand 1968-73 die große Dürreperiode statt, die Tausende von Nomaden in die Städte trieb. Wir besuchen die ehemaligen Wohnhäuser der drei großen Entdecker René Caillée, Heinrich Barth und Oskar Lenz. Barth’s Haus ist mit finanzieller Hilfe des Deutschen Auswärtigen Amtes und des Heinrich-Barth-Instituts in Köln als lebendige Gedenkstätte renoviert. Abd al-Karim (Pseudonym Barths) bekam dieses Haus von seinem damaligen Freund und Beschützer Scheikh al-Baqgau zur Verfügung gestellt, durch die Bilder – Dokumentation führt uns ein einheimischer Bewohner des Hauses. Wir betreten auf unserem Stadt-Rundgang am Vormittag die Djinguerè-ber-Moschee, 1327 von einem andalusischen Architekten, Es-Saheli, erbaut und von König Kankan Moussa in Auftrag gegeben. Weiter im Norden stoßen wir auf die Sankoré-Moschee, die ihren Höhepunkt im 15. Jahrhundert in ihrer Eigenschaft als bekannte theologisch-juristische Universität hatte. Aus dem frühen 14. Jahrhundert schließlich stammt die Sidi-Yahya-Moschee. Sie wurde auf Grund einer Prophezeiung des Marabouts El-Mokhtar Hamdallah errichtet. Angeblich war die Ankunft eines Heiligen in Timbuktu zu erwarten. Jahrzehnte später durchquert der marokkanische Chérif Sidi Yahya die Wüste und fragt in Timbuktu nach den Schlüsseln. Daraufhin wird er zum Imam der Moschee erklärt und ist heute einer der 333 Heiligen der Stadt. Überzeugen Sie sich selbst davon, was es mit dem Geheimnis umwitterten Timbuktu auf sich hat, am besten in der reichen Schriftensammlung des Centre Ahmed Baba. Oder wollen Sie einfach mal ganz alleine durch die Gassen Timbuktus wandeln und sich an Heinrich Barth erinnern, der vor ca. 150 Jahren nach seiner langen Reise unter unvorstellbaren Entbehrungen und mit höchstem Lebensrisiko diese Stadt endlich erreichte? Das Mysteriöse und Mythische lässt sich mit Sicherheit nicht in Worte fassen. Lassen Sie sich stattdessen vom Flair der Stadt inspirieren!

11. Tag:  Mittwoch, Inlandflug Mopti, visit – Bandiagara (60 Km)
Morgendlicher Rückflug nach Mopti, Ortbesuch des Venedig des Sudan und kurze Fahrt nach Bandiagara im Dogonland. Mopti hat keinen Markt – Mopti ist Markt! Das Gewimmel von Menschen und Transportmitteln verleiht der Stadt im Herzen des Niger-Binnendeltas eine einzigartige Atmosphäre. Täglich landet hier eine Vielzahl von motorisierten Pinassen und gestakten Pirogen mit Handelsprodukten an. Darunter das Sahara-Salz, das die Kamelkarawanen von Taoudenni nach Timbuktu bringen, von wo es auf Pinassen auf dem Niger Mopti erreicht. Im nördlichen Teil des Marktes werden die in der Sonne glitzernden Salzplatten zersägt und die beste Qualität als Speisesalz verkauft. Daneben erhält man Produkte des täglichen Bedarfs wie Hausrat, Möbel, Matratzen, kunstvoll geflochtene Strohmatten, Berge von Gewürzen, Kernseife und Henna und Zaubermittel aus den südlichen Savannen. Nach unserem gemeinsamen Stadtrundgang genießen wir ein kühles Getränk in der berühmten Bar Bozo und werfen von dort einen Blick auf das bunte Leben im Pinassenhafen, wo schwere Ballen von geräuchertem Fisch angelandet werden, Männer und Frauen sich in aller Ruhe neben eingeseiften Schafen waschen und Kinder mit selbst gebastelten Flugzeugen aus Konservendosen spielen. Das Leben Malis präsentiert sich hier wie auf einer Filmleinwand. Neben dem Eingang zur Bar Bozo arbeitet eine Pinassenwerft. Die kiellosen Holzboote werden entlang den Spannten aufgeplankt, wobei die grob geschnittenen Hartholz-Bretter in der Mitte geklammert werden. Interessant ist dabei zuzusehen, wie Schmiede vor Ort die Nägel und Krampen aus Eisenschrott schmieden. In einem Land ohne nennenswerte industrielle Produktion muss man sich zu helfen wissen! Am Spätnachmittag geht es weiter nach Bandiagara im Dogonland.

12. Tag:  Donnerstag, Tagesexkursion Niongono/ Dogon
Ausgehend von unserem Hotel in Bandiagara unternehmen wir heute und morgen zwei Tagesausflüge ins Dogonland. Zur Vorgeschichte. Im Zuge der gewaltsamen Islamisierung hat sich das animistische Volk der Dogon zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert in den zerklüfteten Steilabfall (franz. Falaise) von Bandiagara geflüchtet. Erst durch die ethnologischen Studien von Marcel Griaule in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Dogon der Außenwelt bekannt. Ihren vom Ahnenkult bestimmten Glauben haben die Dogon bis heute bewahrt. Auch heute noch erlebt der Besucher „überall eine erstaunliche Religiosität, das Heilige schwebt in jedem Winkel, alles erscheint weise und schwer“ (Michael Leiris 1932). Die Einteilung der Felder, der Bau und die Himmelsrichtung der Palaverhütten, die Aufteilung der Wohnhäuser, die Anordnung der Türen, Decken, Terrassen, Nischen und Balken – alles ist Ausdruck der religiösen, mythologischen Anschauung der Dogon.   Auf einer unbefestigten Piste durch die karge Trockensavanne fahren wir mit Geländefahrzeugen ins rund 25 KM entfernte Niongono. Der Ort ist ein typisches Beispiel für die Bauweise der Dogon im 12. und 13. Jahrhundert, als die animistische Bevölkerung vor den islamischen Reiterheeren floh und zu ihrem Schutz Siedlungen hoch oben auf dem Plateau eines Berges zu errichten suchte. Die Felskuppendörfer haben bis heute festungsartigen Wehrdorfcharakter und sind nur zu Fuß und einzeln begehbar. Nach der Befriedung ist Niongono langsam „herunter gewachsen“, d.h. die älteren Wohnhäuser stehen auf den Bergkuppen, die jüngeren weiter unten. Fensterlose, geschlossene Bauten aus Lehm und kunsthandwerklich betonte Schloss und Riegel betonen bis heute die Vorbehalte der Bevölkerung gegenüber allem Fremden. Hinzu kommt, dass der Ort von Touristen nicht häufig aufgesucht wird, weil er in den literarischen Reiseführern selten aufgeführt ist. Machen Sie sich also auf ein recht authentisches Erlebnis gefasst!

13. Tag:  Freitag, Dogon Exkursion Teli
Unser zweiter Ausflugstag führt uns heute über Djgibombo in den südlichen Teil der spektakulären Falaise von Bandiagara nach Teli und Enndé. Hier erleben wir auf unserer rund vierstündigen Wanderung authentische Ahnenhäuser, Fetischaltäre, Toguna-Palaverhütten und Hogonhaus-Fassaden aus nächster Nähe. Wir erkennen sogar die an der Felswand herunterhängenden Seile, mit denen die Toten in die Grabstätten hinaufgezogen werden. Ein Maskentanz bittet das Reich der Ahnen, die Toten wohlwollend aufzunehmen. Wir werden einem solchen Maskentanz beiwohnen. Es ist herrlich zu erleben, wie die Stockwerkmasken, Hyänen – und Kanagamasken zu neuem Leben erwachen! Am Spätnachmittag Rückkehr in unser Hotel in Bandiagara.

Infos auch unter www.raiffeisen-reisne.at Sonderreisen ! Bilder unter FlickR;

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Burkina Faso „Land der Aufrechten“ Die afrikanische Volksgruppe der Dogon !

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