Ghana, Gold- und Sklavenküste

Januar 29, 2011 at 8:46 am Hinterlasse einen Kommentar

Gerade retour gekommen von einer sehr interessanten Westafrikareise – Ghana, Burkina Faso und Mali !  Die Kombination dieser drei Reiseländer ist wirklich empfehlenswert und viele Punkte des Programmes sind kaum zu „toppen“ ( Bilder sind auch unter FLICKR – siehe Link – zu finden) !

 

Hier einmal der Ghana Programmteil:

REISEPROGRAMM IN GHANA

1.Tag: Sonntag, Ankunft in Accra/ Ghana
Abflug aus Wien und Ankunft um 16:20 Uhr in Accra (via Brüssel). Unser Reiseleiter begrüßt Sie am Flughafen Kotoka/ Accra. Wir verlassen die Hauptstadt Ghanas in Richtung Nord-Osten ins rund 60 Km entfernte Aburi. Es erwartet uns ein neu erbautes, modernes Hotel in ruhiger Lage, von dessen Anhöhe man einen wunderbaren Rundblick über den tropischen Regenwald genießt. Zusammen mit dem Reiseleiter stellen wir die Uhren, wechseln Euros in lokale Währung (Ghana-Cedis) und erhalten ein kurzes Reisebriefing.

2.Tag:  Montag, Aburi, Accra, El Mina (210 Km)
Nur ein paar Kilometer von unserem Hotel entfernt öffnet der botanische Garten von Aburi seine Tore. Bis 1875 diente das 64 Hektar große Grundstück als Sanatorium für die Kolonialverwaltung bevor es 1890 der Öffentlichkeit zugänglich wurde. Über eine von schlanken Königspalmen gesäumte Allee gelangt man ins Herz des Parks, wo ein 48 Meter hoher Seidenwollbaum aus Indien die Anlage schirmartig überragt. Er kann als Wahrzeichen des Gartens gelten. Zahlreiche Bäume und Sträucher aus aller Welt sind in einer gepflegten Parklandschaft angelegt. Kapokbäume aus der Sahelregion, über 150 Jahre alt, stehen neben „Monkey Pot Trees“ aus Brasilien. Wachspalmen, Flaschenpalmen und Palmfarn, Flammenbäume, Tulpenbäume, Korallenbäume, Leberwurstbäume und Trompetenbäume sind ebenso anzutreffen wie Pfauenstrauch, Trompetenwinden und Blumenrohr. Besonders beeindruckend ist eine 30 Meter hohe Würgefeige, die ihr Opfer völlig aufgelöst hat und nun als hohles Skelett in den Himmel ragt. Der lokale Führer unternimmt mit uns einen Rundgang und gibt einen Überblick zur Vielfalt der tropischen Flora. Wir verlassen Aburi am späten Vormittag und erreichen nach etwa zweistündiger Fahrt Accra. Die 2,5 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Ghanas reflektiert eine harmonische Verschmelzung von Geschichte und Gegenwart und dokumentiert gleichzeitig das rasante Wachstum der Stadt. Die beschauliche Altstadt von James Town mit ihren kleinen farbenfrohen Märkten, ihren zerbröckelnden Kolonialbauten und ihrem historischen Leuchtturm geht nahtlos über in das hektische, belebte Bankenviertel, wo schicke Glaspaläste das Stadtbild dominieren. Der quirlige, traditionelle Makola Markt im Herzen Accras, steht nüchternen, modernen Shopping Malls am Stadtrand gegenüber. Wuchtig erhebt sich die schwedisch-dänische Burg Christiansborg über dem Ozean, Symbol jahrhundertelanger Unterdrückung und Fremdherrschaft. Und gleich um die Ecke verkörpert das Unabhängigkeitsmonument Ghanas Gegenwart: ein Triumphbogen mit vier schwarzen Sternen, Zeichen für Freiheit und Gerechtigkeit. Wir machen Mittagspause in einem Restaurant, eingebettet in eine das Meer überragende Felslandschaft, ideal für einen Snack oder Drink. Genießen Sie von hier den herrlichen Blick auf Christiansborg Castle, den Leuchtturm von James Town und den Fischerhafen. Auf einer Stadtrundfahrt lernen wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Accra kennen, wie den Independence Square, das Kwame Nkrumah Mausoleum, den 30 Meter hohen Leuchtturm und das beeindruckende Gebäude des Nationaltheaters. Am Nachmittag fahren wir weiter entlang der gut ausgebauten Küstenstraße nach Elmina, das wir gegen Abend erreichen werden.

3. Tag: Dienstag, El Mina – Cape Coast (0 Km)
Die Szenerie vor der Tür unseres Hotels in El Mina begeistert: ein Heer von bunten Fischerbooten umlagert die Hotelterrasse vor dem Hintergrund einer gut erhaltenen Sklavenburg. Der Geruch des nahen Fischgroßmarktes liegt in der Luft. Das ist lebendiges, authentisches Afrika zum Anfühlen! Wir wohnen im Bridge House, einem historischen Gebäude mitten in El Mina. Zur kolonialen Epoche der Holländer im 17. Jahrhundert als erstes Warenlager in El Mina erbaut, wurde das Gebäude im Jahr 2000 vom Coconut Grove Beach Resort übernommen, renoviert und dient heute nicht nur als saubere B&B Herberge, sondern ist insbesondere ein idealer Ausgangsort für individuelle Spaziergänge zum Fischereihafen, zum nahen El Mina Castle und in die Stadt. Hier pulsiert das Leben, hier können Sie aus Ihrem Zimmerfenster Marktfrauen beim Fischeinkauf direkt am Hafenbecken beobachten und El Mina Castle als pittoresken Hintergrund für ein tolles Photo nutzen. El Mina Castle und Cape Coast Castle repräsentieren den Beginn und Höhepunkt der kolonialen Epoche der Portugiesen und Engländer an der westafrikanischen Goldküste. Was als portugiesischer Handelsstützpunkt 1482 mit El Mina begann – „A Mina“, die Miene, gilt als ältestes europäisches Gebäude südlich der Sahara – endete 1844 mit dem Sitz der britischen Kolonialverwaltung an der Goldküste im berühmt – berüchtigten Cape Coast Castle. Im Laufe von 400 Jahren änderten sich die Spielregeln: während die Portugiesen nach ihrer Ankunft mit dem Dorfältesten Kwamin Anso noch ein Schutzabkommen zu einem freien Goldhandel abschlossen, konzentrierte sich das Geschäftsinteresse im 17. Jahrhundert immer mehr auf den Sklavenhandel. 1637 wurde El Mina von den Holländern übernommen und in den transatlantischen Sklavenhandel einbezogen. Erst ab 1871, im Rahmen der Englisch-Holländischen Sumatra-Verträge, wehte der Union Jack in El Mina und symbolisiert für Afrika eine historische Epoche des „no return“. In den neunziger Jahren hat die ghanaische Regierung die Burgen renoviert und unter Museumsschutz gestellt. Beide Burgen sind seit 1979 von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft. El Mina wurde auch bekannt als Drehort für Werner Herzogs „Cobra Verde“. Im July 2009 besuchte Barack Obama die historischen Stätten.

4. Tag:  Mittwoch, El Mina, Kakum, Bosumtwi See (190 Km)
Das 350 qKm große Regenwald – Schutzgebiet 30 Km nördlich von Cape Coast ist ein Beispiel für vorbildhaften Schutz und Pflege einer vom Aussterben bedrohten Fauna und Flora in einem empfindlichen tropischen Ökosystem. Seltene Tiere wie Waldelefanten, Riesenwildschweine, Waldbüffel, Bongo – die Waldantilope, über 500 Arten von Schmetterlingen und über 200 Vogelarten haben hier Zuflucht gefunden. Um Tiere und Pflanzen in ihrem natürlichen Kampf des Überlebens nicht zu stören und um gleichzeitig dem Besucher einen größtmöglichen Einblick in die Welt des Regenwaldes zu gestatten, wurde der Canopy Walk eingerichtet, ein Wanderpfad auf einer rund 350 Meter langen und bis zu 30 Meter hohen Hängebrücke. In der Höhe von Baumwipfeln erklärt uns ein lokaler Führer des Parks die grüne Welt der Baumriesen während einer zweistündigen Wanderung durch den tropischen Regenwald. Am Spätnachmittag erreichen wir unser Hotel in Abonu, direkt am Bosumtwi See gelegen. Bosumtwi ist ein Meteoritenkrater, der durch einen Einschlag vor 1,07 Millionen Jahren entstand und heute einen 80 Meter tiefen und acht Kilometer breiten abflusslosen See beherbergt. Unsere Unterkunft liegt an einen gepflegten Sandstrand, das glasklare Süßwasser lädt zu einem erfrischenden Bad ein. Vom Ufer aus können wir den Fischern zusehen, wie sie auf schmalen Holzlatten durchs Wasser gleiten und mit Händen und Füßen rudern, um ihre Netze auszuwerfen. Nach dem Glauben der Ashanti wohnt ihr wichtigster Gott Twi im Bosumtwi See, und der mag kein Eisen. Aus diesem Grunde durften lange Zeit keine eisenhaltigen Gegenstände ins Wasser gelangen, woraus sich diese besondere Technik des Fischens entwickelte, die man heute noch beobachten kann.

5. Tag:  Donnerstag, die Goldstadt Kumasi – Techiman (180 Km)
Mit rund 1,3 Millionen Einwohnern ist Kumasi nicht nur die zweitgrößte Stadt Ghana’s, sie ist auch ihr heimliches Kulturzentrum. Die Legende vom heiligen Stuhl, ein vom Himmel gesandtes Geschenk, aus purem Gold und von den Ashanti ein streng gehütetes Geheimnis, präsentiert die Entstehungsgeschichte von der Einheit des Ashanti – Volkes. Zusammen mit der „Unabhängigkeitswanne“, die die Ashanti für die Briten in der Kolonialzeit mit Gold als Steuer auffüllen mussten und letztlich verweigerten, symbolisieren heute beide Gegenstände Ursprung, Einheit und Unabhängigkeit der Ashanti – Kultur. Auf dem Grundstück des Ghana National Cultural Centre, im Herzen der Stadt, ist das historische Prempeh II Jubilee Museum bestens geeignet, die Geschichte der Ashanti Könige zu vermitteln. In über das ganze Gelände verteilte Werkstätten für Weberei, Holz-Schnittkunst, Töpferei und Metallverarbeitung kann der Besucher sich einen Überblick zum ghanaischen Kunsthandwerk verschaffen und seine Produkte zu einem recht günstigen Preis erstehen. Vielleicht haben wir heute sogar das Glück, dem rund alle sechs Wochen stattfindenden Adae-Fest beizuwohnen, zu dem der König die Huldigung seines Volkes entgegennimmt. Das Kulturzentrum ist eine lebendige, kulturelle Einrichtung und mit zahlreichen sporadischen Veranstaltungen gut genug für eine tägliche Überraschung! Nicht weit entfernt vom Kulturzentrum liegt der Kejetja – Zentralmarkt Kumasi’s, der größte Markt Westafrikas. Auf einem ca. 15 ha großen Gelände erleben wir das afrikanische Non- plus Ultra an Geschäftstüchtigkeit und Produktenreichtum. Lassen Sie sich von Chaos und Lärm nicht entmutigen, denn hier finden Sie die größte Auswahl von Schneidern und Kente –Stoffen in Ghana. Wer diese bunten, so typisch afrikanischen Stoffe liebt, der kann sich hier innerhalb kürzester Zeit maßgeschneidert neu einkleiden lassen. Wagen Sie es, Symphatien garantiert ! Am Nachmittag verlassen wir die hektische Stadt und fahren durch lieblich grüne Waldlandschaft bis Techiman. In einem sauberen Etappenhotel verbringen wir die Nacht.

6. Tag:  Freitag, Kintampo Wasserfälle – Bolgatanga (390 Km)
Wir haben heute die erste längere Tagesfahrstrecke vor uns. Früh morgens geht es auf einer Teerstrasse los in Richtung Norden und erreichen bald die Kintampo Wasserfälle mit ihren mehrstufigen Kaskaden. Vor Tamale überqueren wir den Weißen und Schwarzen Volta und erkennen deutliche Anzeichen einer semi-ariden, savannenhaften Vegetationszone. Hitzewiderstandsfähige, isoliert stehende Bäume wie der Baobab, Karitébaum, Mango und Neem verdrängen allmählich den zusammenhängenden Florateppich des tropischen Regenwaldes und in den Dörfern ersetzen zusehends Moscheen die christlichen Kirchen als Zeichen eines Kulturwandels, den wir auf unserem Weg nach nach Norden beobachten können.

Teil 2 der Reise betrifft dann Burkina Faso (Infos auch unter www.raiffeisen-reisen.at (rj) Bilder auch unter FLICKR !



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Westafrika – auf nach Ghana ! Burkina Faso „Land der Aufrechten“

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