Indiens Weine 2010

April 15, 2010 at 7:12 pm 2 Kommentare

April 15, 2010

Den nachstehenden Block habe ich vor ca. einenhalb Jahren geschrieben – Indiens Weine 2008 ! Mittlerweile hat sich in den letzten 2 Jahren leider nicht allzuviel getan in Indien. Vor kurzem wurden drei Weine aus Indien verkostet:

Grover, La Reserve 2006, Cabernet Sauvignon und Shiraz, Indien
Big Banyou, CS, 2006, Indien
Big Banyou, Shiraz, 2006, Indien

Degustationsnotizen:
Grover, La Reserve 2006, Cabernet Sauvignon und Shiraz, Michel Roland, Indien: hooops – mit was für einer Überraschung beginnen wir die Entdeckungsreise – kein Wunder entdeckt jemand auf dem Etikett: Michel Roland – was macht denn der in Indien? zur Degustation: super erster Eindruck, Kaffee, Caramel, modern geschliffen, überraschend gut, vielleicht etwas ausdruckslos.Big Banyou, CS, 2006, Indien: uiiii – in der Nase Zahnwasser, Tomatensaft, Chabis, viel Zahnarztpraxis, am Gaumen medizinal, cremig, blutig, es fehlt der Weingeschmack. Big Banyou, Shiraz, 2006, Indien: der Shiraz ist weiniger, trotzdem sehr medizinal, Zahnarzt, Kohlensäure, Shiraz Würze, löst keine Begeisterung aus.

2010 WEIN IN INDIEN

Die Nachfrage nach Wein ist in den letzten Jahren gestiegen. Nach Einschätzung der Associated Chambers of Commerce and Industry (Assocham ) soll sich der Konsum 2010 von auf 10 Mio. Flaschen entwickelt haben. Bislang profitieren allerdings nur einheimische Anbieter, wie Sula oder Grover’s, von der wachsenden Nachfrage, denn die hohen Einfuhrabgaben machen importierte Weine schnell zu einem Luxusgut, das sich nur wenige Inder leisten können. Je nach Einstandspreis des Weines und Bundesstaat, in dem der Wein angeboten wird, betragen die Zölle, Steuern und Nebenabgaben zwischen 264 und 550%.

Im Moment würde ich folgendes Weingut als besonders gut bezeichnen:

Indage Wines (Chateau Indage)

Indage also known as Chateau Indage, based in Narayangaon – on the Pune-Nashik Road, are one of the pioneers of authentic wine in India. They are India’s largest wine brand both by volume and valuation.

The Company now known as Indage Vintners was set up in 1982 as a 100% export oriented unit and called Champagne Vineyards and later as Champagne India. Today Indage Vintners produces and sells an exquisite variety of Red, White and Sparkling Wines domestically as well as internationally under 32 different labels. Their Vineyards spread across 2500 hectors of land cultivate over 20 varieties of grapes. They are processed at their very own production facility capable of over 15 million liters and bottling 15,000 bottles of wine per hour , which makes it India’s largest wine production facility.

Top Wines by Indage Wines:
Marquise de Pompadour – (won a bronze at the International Wine and Spirit Competition). A creamy, crispy and refreshing bubbly made from a blend of chardonnay, pinot noir & ugni blanc

Chantilli Cabernet Sauvignon: (won a bronze at the International Wine and Spirit Competition). A full bodied oaky wine with a hint of black currant black cherries and rich complex finish

Riviera Blanc de Blanc:(won a bronze at the International Wine and Spirit Competition) Light fresh fruity wine with excellent floral bouquet

Ivy Shiraz:Full bodied, deep purple with a minty nose of mulberry fruits and new oak

Das war der Blog 2008:

BLOG INDIENS WEINE 2008

Indien würde man nicht gerade mit Wein in Verbindung bringen. Aber das heißt nicht, das es keinen indischen Wein gibt. Begonnen hat der (kleine) Weinbau in Indien schon vor der Kolonialisierung und war meist regional begrenzt (in der Zeit der Kolonialisierung kam es zu einer Flächenvergößerung des Weinanbaus). Heute finden wir in Indien Weinanbau vorallem für Tafelwein, Schaumwein oder Most. Das Haupt Anbaugebiet liegt vorallem östlich von Mumbai und im südlichen Mysore. Dieser Wein wird aber nicht nur in Übersee getrunken, denn immer mehr Inder (vorallem jungen Inder) trinken gelegentlich gerne ein Glas Wein. Hier ein paar gesammelte Infos zum indischen Wein… 

 Sula “Merlot” 2006

Indiens vinologisches Dreieck

Neben dem berühmten”Goldenen Dreieck” gibt es in Indien auch noch das “Vinologisches Dreieck!”  

Mumbay – Pune – Nashik

Einige Autostunden östlich von Mumbai liegt Pune. Dort (in der Nähe) liegt die junge Deccan Plateau-Winery, weiter Richtung Norden (ca. 220 km und 5 Autostunden entfernt) lieget Nashik, das Herz des indischen Weinbaus, wo geschätzte 60.000 Hektar Reben gedeihen. Auf dem Weg liegen Chateau Indage und die Renaissance Winery. In Nashik selbst kann man Vinsura und als Highlight die Sula Winery besuchen (wobei es ca. 50 Weingütern gibt.

Deccan Plateau Vineyard, Burkegaon ( www.deccanplateauwines.com )

Nitin Shinde, einige Zeit bei der Sula Winer, baut hier sein eigenes Weingut auf. Schon in wenigen Monaten soll ein Weinshop sowie ein Gästehaus zahlungskräftiges Publikum anlocken. Die ersten Reben wurden vor gut einem Jahr gepflanzt (als 1-jährige Topfreben, Lyra-Erziehun. Aktuell stehen 8 ha Reben, weitere sollen folgen. Der Schwerpunkt liegt auf roten Sorten, erstmals wird jetzt der 2008er Cabernet Sauvignon vinifiziert. Hauptlese ist zwischen Februar (weiß) und April (rot). Nach dem auf die Ernte folgenden Rebschnitt wird die Wasserversorgung abgedreht, dann ruht die Rebe; mit dem einsetzenden Monsun beginnt sie wieder zu wachsen. Blüte ist nach der Regenzeit, etwa im Oktober. Unterbleiben die Eingriffe, so kann durchaus zweimal pro Jahr geerntet werden, was bei Tafeltrauben gerne getan wird: das zweite Mal im Juni/Juli – aber das ist riskant wegen des Monsuns!

Chateau Indage Estate Vineyards, Narayangaon ( www.indagegroup.com )

Chateau Indage ist das älteste Weingut Indiens. 1982 gegründet zählt man heute drei Betriebsstätten mit zusammen 7 Millionen Liter Kapazität. Dazu tragen bei: 280 ha eigene Weinbergen sowie Lesegut von 1.600 ha, das 2.000 Bauern abliefern. Weitere 800 ha Neuanpflanzungen sollen bald die Möglichkeiten erweitern, denn schließlich wächst der indische Weinmarkt laut offiziellen Schätzungen um jährlich 25 bis 30 %. Gelesen wird (von Hand) zwischen 6 und 10 Uhr morgens, damit die Trauben kühl auf die Kelter kommen, denn selbst Mitten im tropischen Winter hat es tagsüber schnell 20 Grad. Ein indisches Weingesetz gibt es nicht, gleichwohl hat jedes Bundesland andere Vorschriften in Sachen Etikettierung (und auch andere Einführzölle), die zu beachten sind. Dass man dem Most Zucker zusetzt und Säure zugibt, ist deshalb kein Geheimnis. Und auch die Veredelung von australischem Fasswein zu indischem Flaschenwein ist kein Vergehen. Das Unternehmen wurde unter dem Namen Champagne Indage gegründet. Damals engagierte sich das Champagernhaus Piper-Heidsieck in Indien und noch immer ist der “Marquise de Pompadour“ als traditionelle Flaschengärung auf dem Markt. Als aktuelle Innovation wurde jetzt ein Piccolo abgefüllt, gedacht als Bier-Alternative für die wachsende indische Mittelschicht. Indage, das in den letzten zwei Jahren um 100% gewachsen ist, sieht sich mit seinen 36 Weinmarken verantwortlich für einen großen Teil des indischen Weinmarktes, der aktuell vielleicht bei 13 Mio. Litern pro Jahr liegt. Der Jahresabsatz von Indage liegt laut Marketingmanager Suarabh Kesharwani bei 6 Millionen Flaschen. 

Renaissance Winery, Ozar ( www.renaissancewinery.in )

Betriebsgebäude samt Keller der Renaissance Winery stehen sauber da, neu gebaut im spanischen Hazienda-Stil – das Tasting-Center befindet sich noch im Rohbau. Gründung war 2004 und aktuell ist man nur auf dem indischen Markt tätig. Hierbei wird die Winery vom Handels-Giganten Diageo (India) unterstützt, zu dessen Gruppe nicht nur der bekannnte Johnnie Walker-Whisky sondern auch die beliebte indische Biermarke Kingfisher gehört. Alberto Destefanis gibt bei Renaissance im Auftrag von Diageo Tipps, wie die indischen Moste mit ihren oft hohen Brix-Gehalten (2006 hatte Weißwein bis zu 16,4 % vol. Alkohol) und niedrigen Säurewerten am besten zu verarbeiten sind, so dass „einfache und unkomplizierte“ Nilaya-Weine auf die Flasche kommen, mit denen man den indischen Weinmarkt knacken will. Dass auch andere Markenartikler Anstrengungen dieser Art unternehmen (Pernod Ricard mit der Weinserie Nine Hills), zeigt dass man sich vom indischen Konsumenten-Markt, der sich innerhalb der letzten drei Jahre verdreifacht hat einiges verspricht. 40 ha Weinberge nennt die Winery ihr eigen und im Moment werden 400.000 Liter vinifiziert. In Bälde sollen es aber schon doppelt so viel sein, die den

blitzblanken Keller (mit viel italienischer Technologie) verlassen.

Vinsura / Sankalp Winery, Nashik ( www.vinsura.com )

Die Weine der Sankalp Winery werden unter der Marke Vinsura vermarktet. Der Name Vinsura beinhaltet das Wort Wein gleich doppelt, einmal auf französisch und zum zweiten ist Sura der alte Name der Maharadjas für Wein aus dem Sanskrit. 2001 war Start mit 150.000 Litern Lagerkapazität, mittlerweile ist Platz für 500.000 Liter. In den nächsten Monaten sollen auch hier die Kapazitäten nochmals verdoppelt werden. Der immer noch im Aufbau befindliche Betrieb mit 100 ha Rebfläche ist die erste Winery, die sich im staatlich geförderten Vinchur Wine Park, 50 km östlich von Nashik liegend, ansiedelte und wo nach dem Willen der Regierung in absehbarer Zeit mindestens ein halbes Dutzend Weingüter zu finden sein wird; vorgesehen ist auch eine Art Lohnunternehmen, das Maschinen und Geräte verleiht, sodass die Sache auch für kleinere Betriebe ohne kompletten eigenen Maschinebesatz interessant werden dürfte. Geerntet wird strikt nach Brixgehalt: 20/21 für Weißwein, 23/24 für Rotwein. Boden und Klima seien in Nashik ideal für den Weinbau, allerdings muss natürlich bewässert werden, erklärt Senior- Winemaker M. P. Sharma. Insbesondere die hiesigen kühleren Nächte tun den Trauben gut, wenngleich man auch in Indien den Klimawandel zu spüren scheint: die Wetterextreme nehmen zu, im tropischen Winter wird es tagsüber heißer und nachts kälter. Chenin blanc hält Sharma übrigens für die

prädestinierte Sorte im Wine Park – was die anschließende Probe bestätigt.

Sula Vineyards, Nashik (www.sulawines.com)

Die Geschichte der professionell geführten Sula Winery, auch als Nashik Vintners firmierend, ist eigentlich die Geschichte eines Mannes: von Rajeev Samant. Der gebürtige Inder war einige Zeit als Software-Ingenieur im amerikanischen Silicon-Valley tätig, hatte die Nase voll, schnappte sich einen Winemaker names Kerry Damskey und prüfte das elterliche Land nahe der Pilgerstadt Nashik auf seine Weinbauwürdigkeit. Der Platz schien geeignet und so gründete er 1997 Sula. Heute werden 120 Hektar eigene Weingärten bewirtschaftet, bald sind es doppelt so viel, denn in der viel versprechenden, etwas weiter nördlich liegenden Dindori-Region wurde in weitere Rebflächen investiert. Hinzu kommen 80 ha von Vertragsbauern, die offenbar gut geleitet werden und laut Rajeev Samant um die 30 Indische Rupien pro Kilogramm Trauben erhalten (ca. 50 Cent). Sieben Sorten sind im Anbau: Cabernet Sauvignon, Shiraz, Zinfandel, Merlot, Sauvignon blanc und Chenin blanc. Es existieren vier Betriebsstätten und man blickt auch bei Sula auf ein stattliches Wachstum: Während im Jahr 2006 etwa 2,4 Mio. Liter Wein verkauft wurden, so waren es 2007 schon 5 Mio. Liter! Über 90% davon wurden in Indien vermarktet, ein kleiner Teil im modernen Tasting-Room, der nahtlos auf die Terrasse der Weinbar übergeht. Doch das international zusammengesetzte Team hat bereits Fühler ins Ausland ausgestreckt, unter anderem nach Deutschland (Global Foods, Biebesheim). Spätestens nachdem uns Rajeev Samant den frisch gepressten 2008er Sauvignon präsentiert, sind wir doch ziemlich begeistert und man kann in der Tat sagen, dass Sula die Qualitätspyramide in Indien anführt. Und spätestens während der Rückfaht ins 200 km entfernt liegende Mumbai wird klar, dass es gibt auf dem Subkontinent neben dem Goldenen tatsächlich auch ein vinologisches Dreieck gibt! – Das Goldene stand als kulturelle Krönung natürlich auch noch auf unserem Besichtigungsplan. Jaipur mit dem Palast der Winde und dem nahen Amber Fort, das wir per Elefant bezwingen; die verlassene Stadt Fatehpur Sikri, das Rote Fort in Agra und natürlich das Taj Mahal bringen uns wiederholt zum Staunen. Allerdings ist es in Indiens Norden mit dem Wein so eine Sache und so manche Flasche Wein im Hotel ist zwar teuer (20-25 Euro), aber alles andere als gut. Noch…   

Genial ist, das für ein Weinbauland mit relativ kurzer Geschichte, ein sehr hohes Know-How der Fachleute existiert und alle Betriebe über die zumindest notwendige Technik für eine moderne Weinbereitung verfügen (rj).

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Frühling kommt…. Montenegro

2 Kommentare Add your own

  • 1. Thomas N. Burg  |  September 24, 2010 um 6:35 am

    Sehr interessanter Artikel, erlaubt schnellen Einstieg in die indische Weinszene.

    Ich hätte eine Frage: soviel ich gehört habe wird Grüner Veltliner experimentell in Indien angebaut, wissen sie was dazu. Auch ob schon Flaschen gefüllt wurden?

    Antwort
    • 2. joergredl  |  September 25, 2010 um 5:32 am

      Danke – nein habe ich nichts gehört – aber vielleicht finden sie etwas auf
      http://www.sommelierindia.com
      LG
      Jörg Redl

      Antwort

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