Uganda – zu Besuch bei den Berggorillas

Februar 27, 2010 at 1:27 pm Hinterlasse einen Kommentar

Am 20.2. sind wir von unserem „Heritage Guest House“ in Kisore aufgebrochen. Ca. 90 Minuten Fahrt nach Buhoma. Einschulung und dann ca. 50 Minuten Wanderung ins Tal zum Fluß. Nach der Überquerung sind wir im Bwindi Nationalpark und versuchen die „Nkuringo“ Gorillagruppe aufzuspüren, was uns nach ca. 2 Stunden auch gelingt. Schweißgebadet durch den dichten Dschungel erreichen wir gegen 11:00 Uhr die Gorillas – faszinierend, einmalig, 3 m entfernt von uns…. ein tolles Erlebnis !

 

Nach vielen Fotos und 90 Minuten brechen wir wieder auf zum beschwerlichen Rückmarsch. Beim Bergaufmarsch gießt es in Strömen – aber wir haben die Gorillas in der Sonne und ganz nahe gesehen….

Todmüde – aber glücklich sind wir am Abend retour in Kisore (rj).

Nkuringo

Die Nkuringo-Gruppe hat ihr Streifgebiet am Südostrand des Bwindi-Impenetrable-Nationalparks. Im Jahr 1996 begann die Habituierung dieser Gorilla-gruppe; sie dauerte bis 1998, und im Jahr 2004 wurden die ersten Touristen zu ihr geführt. Michele Goldsmith begann 2001, die Gruppe genau zu verfolgen. Dabei stellte sie fest, dass diese sich die meiste Zeit außerhalb des Nationalparks aufhielt. Dort verwüsteten die Gorillas Bananenplantagen, entrinde-ten Eukalyptusbäume und fraßen Süßkartoffeln. Die Wildhüter (bzw. das HUGO-Team, Human Gorilla Conflict Force) mussten sie dann aus den Feldern vertreiben. Daher wurde das Land, das die Nkuringo-Gruppe häufig nutzte, 2003/2004 aufgekauft und zu einer Pufferzone umgewandelt – sie ist 12 km lang und 350 m breit (Fläche: 4,2 km²). Damit ist das Problem allerdings nicht ganz gelöst, denn die Gorillas entfernen sich manchmal bis zu 1 km vom Park.
Noch heute verlässt die Gruppe oft den Park und die Pufferzone, um auf den umliegenden Feldern zu fressen. Da die Gorillas an Menschen gewöhnt sind, haben sie keine Angst vor den Bauern. Anfang April hielten sich über 30 Gorillas mehr als eine Woche lang in den Feldern der lokalen Bevölkerung auf und ernährten sich in dieser Zeit von den Feldfrüchten, wie Gerald Tenywa in der Zeitung New Vision berichtete. Die Bewohner waren zwar bei der Einrichtung der Pufferzone entschädigt worden und zogen weiter vom Park weg, aber die Gorillas folgten ihnen. Wenn sie jetzt Felder zerstören, was immer wieder geschieht, erhalten die Bauern keine Entschädigung. Die Vertrautheit der Nkuringo-Gruppe mit Menschen führt noch zu ganz anderen Problemen: Manchmal trauen sich die Kinder nicht, in die Schule zu gehen, wenn sich Gorillas zwischen ihrem Wohnort und der Schule aufhalten. Die Kinder müssen dann oft daheim bleiben, um die Felder zu bewachen.
Angesichts dieser Schwierigkeiten ist UWA schon lange klar, dass die Bewohner der Nkuringo-Region auch vom Gorillatourismus profitieren müssen wie die Bewohner von Buhoma. Sonst könnte es sein, dass sie in ihrer Verzweiflung aggressiv gegen die plündernden Gorillas vorgehen. Daher wurde im Jahr 2003 die Nkuringo Conservation Development Foundation (NCDF) gegründet – mit Unterstützung von UWA, dem IGCP und der AWF. Diese Stiftung soll Entwicklungs- und Naturschutzaktivitäten in Nkuringo unterstützen. Im Augenblick sind 3000 von rund 30 000 Bewohnern der Region NCDF-Mitglieder.
Der NCDF gelang es, Finanzmittel für den Bau eines Luxushotels zu beschaffen. Die Clouds Eco-Lodge wird von der Stiftung in Zusammenarbeit mit der Uganda Safari Company geführt; zum Bau des Hotels stellte USAID Geld zur Verfügung. Im April 2008 unterzeichnete UWA einen Vertrag, der besagt, dass 6 der 8 Permits für den Besuch der Nkuringo-Gruppe vom Partner der Stiftung, der Uganda Safari Company, direkt an Touristen verkauft werden dürfen, wenn sie im Hotel übernachten.
Ebenfalls in der Zeitung New Vision berichtete Darious Magara, dass Nkuringo, der ältere Silberrückenmann der Nkuringo-Gruppe, am 27. April 2008 gestorben ist. Seit einem Kampf vor einigen Jahren war sein Mund gelähmt und er konnte nur mit Schwierigkeiten fressen; seine Zähne waren schon sehr abgenutzt. Heute hat die Nkuringo-Gruppe 18 Mitglieder. Eines davon ist der jüngere Silberrückenmann Safari, der bereits vor etwa 2 Jahren die Leitung der Gruppe übernommen hatte.

www.berggorilla.de

www.nkuringocampsite.com

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Uganda – Geschichte in Kürze Berggorillas

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