Delhi wie es „ißt“

Januar 7, 2009 at 7:39 pm Hinterlasse einen Kommentar

Bei meinen Reisen nach Indien habe ich oft gut gegessen – manchmal echt super, oft einfach – gelegentlich aber auch schlecht 😉

Tiger waren nicht dabei (wir sind ja nicht in China 😉 ) …..

indien-16-bis-24-september-2008-504

… dafür hier ein paar Tipps zum Essen in der indische Hauptstadt Delhi:

 1. Karim’s

Mughlai

(Jama Masjid, Chandni Chowk)

Das non-plus-ultra der mughlai-Küche in Delhi. Diesen Fresspalast gibts seit 1913 und bereits zur Frühstückszeit stehen die Leute Schlange (um einen Teller Nihari abzubekommen)! Vorsicht: nichts für Vegetarier. Karim’s ist ein Synonym für Fleisch, Fleisch, Fleisch! Befindet man sich in der (originalen) Branche in Chandni Chowk,

empfehlen sich die zwei Räume zur rechten Hand, wenn man den Innenhof betritt, weil dort mehr Kellner herumhüpfen, die immer frische Rotis (göttlich) und Kababs vorbei bringen. Vorher ordentlich aushungern, denn die Hauptgerichte strotzen nur so vor Öl/Ghee (das kann man nonchalant in einen der Teller abgießen, die für Knochen bereit gestellt werden). Wer zu dritt oder viert anmarschiert, dem empfehle ich Tandoori Raan (ganzes Lammbein). Vorzüglich gewürzt! Am besten als ganzes Stück servieren lassen und ungebremst darauf stürtzen. Das Ganze mit einem Tontellerchen Phirni (pürierter

Milchreis) abschließen und nach Hause rollen.

(Karims hat 8 Zweigstellen. Der Ambiente wegen empfehle ich einen Besuch in Chandni Chowk, wo man Kababs auch als Einzelstück bestellen kann, was in den anderen Branchen nicht möglich ist . In der Branche in Gurgaon sind die Hauptgerichte allerdings eine Spur besser.)

Non-Plus-Ultra: Tandoori Raan, Tandoori Chicken (saftig, nicht überwürzt, saftig), Seekh Kabab

 

 

2. Baboo Moshai

Bengalische Küche

(K 1/52, CR Park, New Delhi)

Um einen Einblick in die fantastischen Gerichte aus West Bengal zu bekommen, sollte man das Thali für 400 Rupien bestellen (genug für Zwei) und dann einfach losschlemmen. Spätestens wenn man beim Doi Maach angekommen ist, plant man bereits seinen nächsten Besuch. Das Ambiente ist zugegebenermaßen eher rustikaleinfach, aber ich hatte wenig Zeit mich umzusehen. Ich war beschäftigt – mit Schlemmen. Definitiv das Non-Plus-Ultra in der Fisch-Kategorie. Ich empfehle dort zu Mittag zu essen und den Rest des Tages mit Verdauungs-unterstützenden Aktivitäten zu verbringen, da

das Essen sehr schwer im Magen liegt.

Non-Plus-Ultra: Aloo Posto, Doi Maach

 

3. Saravanah Bhavan

Südindisch, vegetarisch

(Outer Circle, Connaught Place oder Janpath)

Das beste südindische Essen in Delhi überhaupt. Vorsicht: oft muss man eine halbe Stunde auf einen Tisch warten, besonders am Wochenende. Drinnen gibts dann wieder arktische Kälte. Und den süßen Duft Südindiens. Auch Idiappams und Appams sind lecker, obwohl ich meistens dem Thali verfalle. Wir waren hier so oft wie nirgendwo sonst. Auch nicht schlecht: Mini-Tiffin.

Non-Plus-Ultra: Thalis. Gott sei Dank limited, sonst klemmt man am Ende zwischen Tisch und Stuhl fest.

 

4. Frontier

Nordindische Küche

(The Ashok, Chanayapuri)

Göttlich. Einfach nur herrlich. Die überschaubare Speisekarte bietet keine eleganten Neukreationen avantgardistischer Köche, sondern die gute alte Küche der nordwestlichen Provinz. Und das ist gut so. Als Einstieg ein Tellerchen traumhafter Kababs und dann sofort weiter zu den (schweren) Hauptgerichten. Bom-bas-tisch. Das Decor in Schwarz mit blauen und weißen Lichtern mag nicht jedermanns Geschmack sein, aber es war mal eine nette Abwechslung – besonders dank der einfallsreichen Details wie dem beigestellten Serviertisch, damit auf dem Tisch nicht gleich das Chaos losgeht, wenn man mal etwas mehr bestellt. Die Naans und Rotis sind riesig, also lieber nur eins für zwei Personen bestellen. Einzig die Desserts hielten sich stark im Rahmen, und 225 Rupien für das kleine Tontellerchen Phirni war dann doch ein Schuss in den Ofen. Allerdings ein sehr leckerer. Die live-Musik (instrumental, Gott sei Dank) fand ich sehr versöhnlich, besonders da es mal wieder fröstelnd kalt war.

Non-Plus-Ultra: Kheema Naan,

 

5. Haldiram’s

Indisch

(in jeder Ecke anzutreffen, mag besonders die Zweigstelle in Sahara Mall, Gurgaon)

Indische Süßigkeiten und Chaats durchprobieren ist eine heikle Sache. Ich mag beides, aber die hygienischen Bedingungen, mit denen diese Speisen Hand in Hand gehen, sorgen für den berühmt berüchtigten Delhi Belly. Aloo Tikki bei 42 Grad an der Hauptstraße? Lieber nicht. Haldiram’s kommt da genau richtig. Auch wenn ich von den

Hauptspeisen wenig angetan bin (die üblichen indischen Gerichte eben), kann man zu den Chaats und Süßspeisen einfach nicht Nein sagen. Klimatisierte Umgebung, behandschuhte Kellner, alles sauber – da nehm ich doch gleich noch Nachschlag. Super Einrichtung, um sich durch das gesamte Programm zu testen. Non-Plus-Ultra: Malpua, Khandwi, Paneer Pakora, Dhokla

 

6. Park Baluchi

Nordindisch

(im Hirschpark, Hauz Khaz Village, Süddelhi)

Die Kababs hier sind so lecker, daß wir einfach eine zweite Runde bestellten und nur am Hauptgericht genippt haben. Unbedingt auch die vegetarischen Kababs (z.B. gefüllte Kartoffel in knuspriger Sesamhülle) probieren. Im Hirschpark gelegen und darum schön

ruhig und ideal, um sich beim Essen richtig viel Zeit zu lassen.

Serviert Alkohol. Non-Plus-Ultra: Kababs am brennenden Schwert. Visuell und geschmacklich ein Erlebnis.

 

7. The Great Kabab Factory

Nordindisch

(Park Plaza, NH8, Gurgaon oder Radisson Hotel, NH8, Delhi)

Für einen Pauschalbetrag gibt es unbegrenzt so viele Kababs man verschlingen kann. Eins köstlicher als das andere. Unbedingt vorher fasten. Die Kababs werden live in der Mitte des Raumes zubereitet und der persönliche Kellner passt genau auf, wann man den letzten Krümel verspeist hat, um mit der nächsten Runde zu beginnen.

Non-Plus-Ultra: « Zahnloser Kabab » Galouti schmilzt förmlich auf der Zunge. Nach mehreren Runden Kababs kann ich mich nicht erinnern, dem Hauptgericht wirklich gerecht geworden zu sein, obwohl es sich dabei um die besten Dals gehandelt hat, die ich seit langem in Restaurants serviert bekommen habe. Könnte dort immer wieder essen

 

8. Punjabi by Nature

Nordindisch/Punjabi

(Basant Lok/Priya Complex in Vasant Vihar, Süddelhi)

Ja, es schmeckt hier. Als Nachtisch gibt’s dann einen Herzinfarkt. Ich kam mir bei der Rechnung richtig veräppelt vor. Die Gerichte waren banal-einfach und die Auswahl stark begrenzt. Eher (unterer) Durchschnitt. Typische Dhaba-Küche in aufpoliertem, peppigem

Ambiente. Erwartungsgemäß ist die Bude voller Ausländer und gut betuchter Inder, aber fest steht: zweimal und nie wieder. Die Naans sind so groß wie der ganze Tisch, also nur eins für zwei bis drei Leute bestellen. Es kann ja keiner so schnell essen, wie die Dinger kalt werden. Davon mal abgesehen empfehle ich garlic-naans, die hier

zugegebenermaßen gut sind.

 

9. Chor Bizarre

Kashmiri Küche

(The Metropolitan Mall, Gurgaon oder Savoy Suites, Sector 16, Noida)

Wenn ein Restaurant sein Buffet in einem aufgemotzten Old-Timer serviert und ich an einem Tisch unter dem Gestell eines Himmelbettes sitzen kann; wenn unter den Glasplatten der Tische ein buntes Sammelsorium neckischer Gegenstände wie reich verzierter Messer, Münzen, etc. herumliegen und ich mir eigentlich wie im Film vorkomme, schießen meine Erwartungen gleich mal in die Höhe. Gut für Chor Bizarre – es war so lecker, wie das alles klingt. Ich empfehle das Buffet, denn à la carte ist Chor Bizarre gleich um ein Vielfaches teurer. Non-Plus-Ultra: Das Buffet. Weit gefächerte Auswahl und lecker ohne Ende

 

 

10. Baujee Ka Dhaba

Indisch

(Metropolitan Mall, Gurgaon oder 18, Hauz Khas Village)

Schon allein der Deko wegen einen Besuch wert. Das Restaurant ist wie eine nordindische Dhaba ausgestattet, was ein bisschen vom eher durchschnittlichen (aber trotzdem guten) Essen ablenkt. Wenn man mal wieder Lust auf Unterhaltung hat, kann man sich hier satt sehen.

 

11. Kake Da Hotel

Nordindisch

(M-74, NDMC Market, Connaught Circus)

Wir aßen dort, nachdem wir in der Zeitung von diesem „Kult“-Platz gelesen hatten. Und klaro war diese kleine Höhle vollgestopft. Am Mitnahme-Schalter standen sie auch schon Schlange. Das Dahi Meat war wirklich lecker, aber es war so furchtbar schmutzig, dass

ich eigentlich nur damit beschäftigt war die Gegend nach Krabbeltieren zu scannen. Wer es mal probieren möchte, sollte sich das Essen abpacken lassen.

 

12. Karnataka Sangha Foodcourt

Südindisch, vegetarisch

(Delhi Karnataka Sangha, Rao Tula Ram Marg, Sector 12, R.K. Puram)

Authentische Gerichte aus Südindien. Immer heiß und lecker, günstig und fix.

 

13. Swagath

Südindisch

(Defense Colony Market)

Hier gibts endlich die leckeren Fleisch- und Fischgerichte aus Südindien. Die Auswahl ist weit gefächert (natürlich flink über das chinesische Angebot drüber blättern) und nach egion sortiert. Am besten sind selbstredend die Gerichte von der Küste Keralas. So ein

ordentliches Chicken Stew mit schwerem Kokosnussgeschmack beamt dich gleich in eine andere Welt. Fisch Tikkas sind auch ein absoluter Renner.

 

14. Bernardo’s

Küche aus Goa

(1. Stock, DLF Galleria, Gurgaon)

Es gibt Restaurants, über die man leider nie stolpert, so fern sie einem nicht gezeigt werden. Bernardo’s ist so eins. Dabei serviert diese kleine, familiäre Einrichtung ein Stück Goa. Die Fleisch- und Prawn-Gerichte sind zum Reinlegen gut! An den mit Palmenblättern dekorierten Wänden hängen Bilder von Chrys und Cres Fernandes, den

Inhabern des Restaurants. Sehr ruhig, netter Service. Während der Weihnachtszeit gibt es hier wirklich leckeren Plum-Pudding (wirklich, wiiiirklich lecker), und das ganze Jahr über werden Apfelkuchen et al als Dessert serviert. Non-Plus-Ultra: Prawns!!!

 

15. Sagar Ratna

Südindisch (vegetarisch)

(Outer Circle, Connaught Place oder The Ashok, Chanayapuri)

Stolpert man in die Zweigstelle im Connaught Place, wird man vom langweilig-braunen Décor überrumpelt, fällt in einen der seltsamen Stühle und lässt sich mit leckerem, wirklich leckerem südindischem Essen bewirten. Möchte mans nicht nur lecker sondern auch schön haben, besucht man die (selbstredend teurere) Variante im Hotel The Ashok. Non-Plus-Ultra: Thali, coconut chutney

 

16. Banana Leaf

Südindisch (vegetarisch)

(Outer Circle, Connaught Place)

Es gibt eine unwiderlegbare Wahrheit: Wenn in einem Restaurant, welches indische Küche serviert, keine Inder sondern nur Ausländer sitzen, sofort Tür wieder zu machen – von außen! Banana Leaf ist so ein Reinfall. Neu in Delhi musste ich meine Eltern mit Mittagessen versorgen und tappte in diese Falle. Ekelhaft. So schlechte Dosai hab ich wahrscheinlich noch nie gegessen. Service und Essen miserabel. Paradoxerweise lassen sich hier die Touristen mit südindischer Küche abfüllen. Da weiß man mal wieder, inwieweit man dem Lonely Planet trauen kann.

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Das gelbe Gebirge – China pur ! Feuerberg

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