Indiens – ein paar Tipps

Juli 11, 2008 at 10:20 am Hinterlasse einen Kommentar

 Foto: Horst Bannert

Der Subkontinent Indien, mit seiner großen Bevölkerung hat als Touristenziel noch immer eher den Status eines Geheimtipps. Als Besucher wird man entdecken, dass die Inder heute einerseits sehr fortschrittlich sind, sich aber andererseits, vor allem auf dem Dorf, an den Traditionen und an der Lebensweise der Menschen seit Jahrhunderten kaum etwas geändert hat. Das Kastensystem ist nach wie vor lebendig und Hierarchien sind für den Inder von großer Bedeutung. Und so ist Indien vor allem ein Land mit einer eigenwilligen aber spannenden Kultur, die es auf respektvolle Art und Weise zu entdecken gilt.

 Foto: Horst Bannert

Zur traditionellen, förmlichen Begrüßung legt man in Indien die Handflächen vor der Brust aneinander, wobei die Finger nach oben zeigen, und neigt den Kopf leicht. Im geschäftlichen Umfeld, besonders im Umgang mit Leuten aus dem Westen, ist inzwischen der Handschlag gang und gäbe. Insbesondere jüngere Leute begrüßen sich immer häufiger mit einem einfachen „hi“ oder „hello“.

 

Inder sind zwar äußerst gastfreundlich, kommunikativ und freundlich, vom häufigen Gebrauch von Höflichkeitsfloskeln hält man aber nicht sehr viel. Das Wort „Danke“ wird einem eher selten entgegenschallen, stattdessen erntet man viel eher ein breites Lächeln. Will man nicht als überkandidelt gelten, so passt man sich am besten ein Stück weit an.

 

Verwirrend ist für den Besucher aus dem Westen, dass die Inder während eines Gesprächs häufig scheinbar den Kopf schütteln. Dieses hin und her Wippen mit dem Kopf ist in Wirklichkeit ein Zeichen der Zustimmung. Es bedeutet so etwas wie „ja, ich höre dir zu“ oder „ja, du hast Recht“. In Indien kennt man jedoch auch das Kopfschütteln zur Andeutung einer Ablehnung. Dieses ist allerdings eine kürzere, abruptere Bewegung. Um beides unterscheiden zu lernen, muss man einfach die Leute einige Zeit beobachten.

In der ehemaligen britischen Kronkolonie Indien ist eine der beiden überregionalen Amtssprachen Englisch. Vor allem mit gebildeten Indern kann man sich problemlos auf Englisch verständigen. Man muss sich allerdings darauf einstellen, dass die Inder erstens eine Aussprache pflegen, an die man sich erst gewöhnen muss und zweitens eine Reihe von Ausdrücken in die Sprache integriert haben, die man aus Großbritannien oder den USA nicht kennt. Noch mehr Pluspunkte sammelt man jedoch, wenn man sich einige Wendungen der indischen Verkehrssprache Hindi aneignet, die übrigens mit den meisten europäischen Sprachen verwandt ist. 

In den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es eine Welle von Touristen aus dem Westen, die die Vorstellung der Inder von uns Europäern stark prägte. Die Hippies hatten Indien als ihr gelobtes Land entdeckt, wo man sich dem Streben nach Erleuchtung, aber auch dem Konsum von Drogen, großen Mengen Alkohol und sexuellen Ausschweifungen hingeben konnte. Bei den sehr sittenstrengen Indern entstand so die Vorstellung von den leichtlebigen, ständig über die Stränge schlagenden Westlern. Wegen dieser Vorstellung sollte man sich zum Beispiel bei aller Art Rauschmitteln sehr zurückhalten und sich immer einigermaßen ordentlich kleiden. Als Mann sollte man auch keine jüngeren Frauen auf der Straße ansprechen.

 

Vermeiden sollte man allzu aufdringliches Fotografieren. Vor allem Bettler und Krüppel. Wenn es doch „sein muss“ , dann ist ein „Bakschisch “ angebracht. Bei Leichenverbrennungen sollte man sich wirklich zurückhalten (Oder kann man sich vorstellen, dass ein Verwandter hier stirbt und eine Horde indischer Touristen steht ums Grab und fotografiert ?).

Kindern sollte man kein Geld geben. Auch wenn sie noch so elendig tun. Viele machen sich nur einen Spass daraus Touristen abzuzocken. Die wirklichen Armen sind oft alte Männer oder alte Frauen in „Lumpen“ und ohne Schmuck oder Krüppel, hier ist ein Almosen eher angebracht. Viele Frauen (auch Männer) werden von der Familie verstoßen, wenn der Partner stirbt oder sie nicht mehr mag. Oder man unterstützt gezielte Aktionen (z.Bsp. Mutter Teresa Haus in Agra oder Kolkata).

Infos auch unter www.sympathiemagazine.de, www.india-tourism.de (sieben Tipps für die Reise und viel mehr…)

Buchtipp: Reisegast in Indien (von Edda & Michael Neumann-Adrian, Buch & Welt/Iwanowski’s Reisebuchverlag, München/Dormagen, 2007. 212 Seiten. ISBN: 978-3-93304124-1.

 

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