Ptuj – Pettau: Mehr als 1500 Jahre Weinbau

April 19, 2008 at 6:57 pm 1 Kommentar

   

So nah und doch so fern….  unser Nachbarland Slowenien ! Im Zuge einer haben wir uns die Destination Slowenien (allerdings nur den Norden diesmal) mit dem Motto Wasser und Wein angesehen. Hier der Teil von Ptuj / Pettau – und seinem Weinkeller….

 Ptuj (Pettau), die älteste Stadt Sloweniens, erhielt ihren Namen von den Illyrern, die sich hier an der Drau und der nahen Haloze niederließen. Der Name der Stadt wurde erstmals im Jahre 69 n. Chr. vom römischen Geschichtsschreiber Tacitus erwähnt. Ptuj ist eine der wenigen alten Städte, die ihren mittelalterlichen Kern nicht mit einem Gewirr von Großstadtbauten umgab. Im Gegenteil, Ptuj ist von Weinhügeln umgeben, in denen reizvolle Schlösser und Kirchen verborgen liegen.

Natürlich dürfen auch die berühmten Weine von Ptuj nicht vergessen werden, weil sie schon im Mittelalter in ganz Europa geschätzt worden waren. Die erste Glanzzeit erlebte der Weinbau zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches ging es auch mit dem Weinbau bergab und erlebte erst in der Zeit der Christianisierung und dem Einzug der Minoriten im Jahr 1239 und der Dominikaner eine Renaissance. 1438 kamen die Weinberge der Haloze an die Herren von Ptuj und leiteten eine neue Blütezeit des Weinbaus ein. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden Riesling und Sipon (Furmint) in viele europäische Länder und auch nach Amerika exportiert.

 Irmsi, Wolfgang , Wopperl + ich vor der alten Rebe

Ptujska klet, WeinfassDie Geschichte des Weinkellers von Ptuj ist eine über 500jährige. Große Teile der Altstadt ruhen auf den Kellergewölben, deren Gänge mehrere Kilometer lang sind und in denen hunderte Eichenfässer lagern. Das größte noch in Verwendung stehende Weinfass Sloweniens hat ein Fassungsvermögen bis 40.000 Liter. Die Fässer wurden von den Fassbindern im Keller zusammengebaut, da für diese enormen Größen keine entsprechenden Eingänge in die Keller vorgesehen waren.

Ptujska klet, WeinkellerBei einer Führung durch die weitläufigen Kelleranlagen erfährt der Weinliebhaber vieles über die wechselvolle Geschichte der Kellerei und auch der einzelnen Weinfässer, wie die sieben Fässer von Bürgermeister Ornik, Eigentümer des Kellers von 1920 bis 1945. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sein Name von den Fässern entfernt, um die Spuren der Geschichte zu verwischen. Auch die alten, mit Glas ausgelegten Betontanks, Exponate des Museums von Morgen, werden von der Kellerei in Schuss gehalten.

Ptujska klet, ArchivIm Weinarchiv des Kellers werden 6.000 Flaschen gelagert. Von den besten bis zu den schwächeren Jahrgängen wurden beträchtliche Kontingente für die Nachwelt eingelagert. Der älteste Wein stammt aus dem Jahr 1917, Goldende Rebe. Der erste slowenische Wein mit Herkunftsbezeichnung stammt ebenfalls aus dieser Kellerei, ein Sauvignon aus dem Jahr 1968. Mit der Tradition, die Weine halbtrocken oder halbsüß auszubauen, wurde 2002 gebrochen. Die Trauben kommen überwiegend aus der Haloze, und die Anbaufläche ist mehr als 700 Hektar groß. Derzeit werden 75 % der Weine trocken ausgebaut, und ein Viertel davon wird exportiert.

Weinempfehlungen
Gegen Ende der Führung durch den Weinkeller freut man sich schon auf eine Verkostung. Mit der Neupositionierung wurden auch neue Linien eingeführt. Noblesse als Alltagswein und Nobl für sorgfältig ausgewählte Spitzenweine. Rotweine führen in dieser Region eher ein Schattendasein.

Wir verkosteten: Welschriesling , Sauvingnon, Traminer, Beerenauslese und Blaufränkisch ! Sowohl die Noblesseweine als auch die Noblweine überzeugten aufgrund ihrer Frische und Fruchtigkeit. Der geringe Alkoholgehalt des Welchrieslings und Sauvignons liegt ebenfalls voll im Trend. Der Traminer passt geschmacklich bestens zur orientalischen Küche und auch zur Thaiküche- ist aber nicht „meiner“. Der Süßwein Sipon braucht den Vergleich mit österreichischen oder französischen Dessertweinen nicht zu scheuen. Der Blaufränkische weist einen hohen Säuregehalt auf, und ist für Österreicher die das Mittelburgenland schätzen zu vergessen.

Dem Verkostungs- ist ein Verkaufsraum angeschlossen, an dem man nicht vorbeigehen sollte. Das Preis – Leistungsverhältnis ist voll in Ordnung !

Ptujska klet vinarstvo
Vinarski trg 1
SLO-2250 Ptuj, Slowenien
Telefon: +386-2-78 79 810
www.ptujska-klet.si

Aber Sloweniens Weine bieten mehr – Gaube ! www.vino-gaube.com – soviel habe ich  selten gekauft….

 

 

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1 Kommentar Add your own

  • 1. KH  |  April 22, 2008 um 11:36 am

    Schöner Artikel, macht wieder Lust nach Ptuj zu fahren. Ich war vor sechs Monaten in dem charmanten Städtchen. Besonders gut gefallen hat mir das Schloss Pettau im Zentrum, das ja bis Ende des 2. Weltkrieges den Herbersteins gehörte. Ja, und die Mithrae-Tempel, die in und um Ptuj gefunden wurden. Von dem aus Persien stammenden und von den Römern im 2. und 4. Jahrhundert nach Christus praktizierten Mithrae-Sonnenkult gibt es sonst in Europa kaum so gut erhaltene Kultstätten. lg KH

    Antwort

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