Burgund – unbekannt und doch bekannt…

April 9, 2008 at 7:48 pm Hinterlasse einen Kommentar

       

Seltsam – so wenige Leute kennen das Burgund (ausser vom Wein) und dennoch war dieses Gebiet in den letzten Jahrhunderten immer wieder Schauplatz großer Geschichte:

Niederlage von Vercingetorix – Kloster Cluny – Wallfahrtskirche Vezelay – Abtei Fontenay – Chateau Sully – Jugende in Taizè – Senf in Dijon – Weinversteigerung in Beaune – Kir, das ist Weisswein und Cassis

(Liste ist natürlich nicht vollständig)

Vercingetorix: Im Jahr 52 v. Chr. schlugen die Römer, wiederum unter Caesar, bei Alesia, dem heutigen Alise-Sainte-Reine, den gallischen Aufstand unter Vercingetorix nieder (siehe auch Asterix und der Avernerschild). Es folgte die Eingliederung Galliens in das Römische Reich und die langsame sprachliche und kulturelle Romanisierung seiner Einwohner.

 

Die Abtei von Cluny war als Ausgangspunkt bedeutender Klosterreformen eines der einflussreichsten religiösen Zentren des Mittelalters. Ihre Kirche war zeitweise das größte Gotteshaus des Christentums. Mehrere Gebäude der Benediktinerabtei sind erhalten.

Auch Vézelay gilt als bedeutender Wallfahrtsort Burgunds und wurde sogar als Weltkulturgut eingestuft. Die Basilika Ste. Madeleine, in der Revolution verwüstet, ist inzwischen wieder sehr schön restauriert.

Die ehemalige Abtei Fontenay, die ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, liegt idyllisch in einem Wald. Sie wurde 1118 von Bernhard von Clairvaux gegründet. Die Einheit von Architektur und umgebender Landschaft ist eindrucksvoll. Die schlichte Schönheit der Bauten zeugt vom Armutsideal der Mönche. (www.abbayedefontenay-pro.com.)

Das Château Sully umfasst einen riesigen Gebäudekomplex, zu dem ein vierflügeliger, rechteckiger Wohntrakt mit vier Ecktürmen und Innenhof gehören. Es liegt inmitten eines Landschaftsparks mit einer Anlage von Wassergräben (www.chateaudesully.com). Berühmt natürlich der 1. Herzog von Magenta, Mac Mahon, Präsident der Republik Frankreich. Heute führt die Herzogin das Schloss und den Weinbau – der aktuelle 6. Herzog Maurice ist 16 Jahre.  

Die Communauté de Taizé (Gemeinschaft von Taizé) ist ein internationaler ökumenischer Männerorden in der Nähe (ca. 10 km nördlich) von Cluny. Bekannt ist sie vor allem durch die in Taizé ausgerichteten ökumenischen Jugendtreffen, zu denen allein nach Taizé jährlich etwa 200.000 Besucher aller Nationalitäten und Konfessionen kommen.

Die Stadt Dijon erhielt im 13. Jahrhundert ein Monopol auf die Senfherstellung. Dijon-Senf muss nach dem europäischen Codex aus braunen Senfkörnern hergestellt werden. Die Senfkörner werden dazu durch eine Siebschleuder mit feinen Löchern gekratzt, wobei die Schalen im Inneren zurückbleiben und nur der Senfkern weiterverarbeitet wird. Traditionell werden die Senfkörner bei Dijon-Senf nicht entölt, was ihm ein besonders volles Aroma verleiht. Klassischer Dijon-Senf ist scharf und fein gemahlen. Eine der bekanntesten Varianten ist Estragonsenf.

Die Weinversteigerung in Beaune findet am dritten Wochenende im November statt  – „Les Trois Glorieuses“, die drei glorreichen Tage statt. Höhepunkt neben dem Dîner der Weinbruderschaft und der Paulée in Meursault, dem üppigen Abschlußmittagessen, ist die Weinversteigerung am Sonntag. Fassweise (228 Liter) ersteigern Händler aus der ganzen Welt die Weine des Hôtel-Dieu. Die dabei erzielten Preise gelten als Marktbarometer.

 Kir ist ein Mischgetränk aus Weißwein und Crème de Cassis, einem Johannisbeerlikör. Wenn statt Wein Champagner verwendet wird, spricht man von Kir Royal. Er wird vor allem als Aperitif getrunken. Félix Kir (1876-1968), ein Kanoniker und Bürgermeister von Dijon, machte das bei den Weinbauern in der Region beliebte Getränk Blanc-Cassis zum offiziellen Getränk der Region, das bei Empfängen im Rathaus ausgeschenkt wurde, denn die Côte d’Or ist ein wichtiges Anbaugebiet für die Schwarze Johannisbeere, die Grundlage für den Cassis.

Für Kir wird zu einem Glas trockenen Weißweins – klassisch wird Aligoté, ein trockener und meist minderer Wein der Côte d’Or, verwendet – etwa ein Zehntel Crème de Cassis gegeben. Wenn man den Likör vorsichtig in das Glas gleiten lässt, hat er am Boden eine höhere Konzentration, so dass sich ein ansprechender Farbverlauf ergibt und das Getränk umso süßer wird, je weiter man es austrinkt

Für Kir Royal wird ein Teil Crème de Cassis in ein Sektglas bzw. Champagnerschale gegeben und mit neun Teilen Sekt aufgefüllt.

 

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