Der Weg ist das Ziel

März 27, 2008 at 12:00 pm 1 Kommentar

 

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Jedes Jahr Ende Mai wird wieder sparsam gepackt – es geht los – zum alljährlichen einwöchigen Segelabenteuer. Seit 10 Jahren zieht es uns eine Woche auf das Meer, zehn Freunde auf einem 50 Fuß Boot (ca. 15 m) in fünf kleinen Kabinen und doch – alle freuen sich auf die kommende Woche. 

 

 

Bei einem kräftigen Wind von etwa sechs bis sieben Windstärken reiten wir buchstäblich über die Wellen. Da gibt es schon zwei bis drei Meter hohe Wellen und das Boot hat starke Lage. Immer wieder taucht der Bug in die Wellen und Gischt spritzt auf. Wer glaubt, daß das Steuern bei solchen Verhältnissen harte Arbeit ist hat recht und doch wieder nicht – alle Muskeln werden gebraucht, aber das Herz des Steuermanns lacht.

 

Der Wind ist das Wichtigste. Ohne Ihn, heißt es mit Motor fahren und das macht kein Segler gerne – er kann aber auch gefährlich werden und unberechenbar – er ist der Sparring Partner der nächsten Tage. Ob man mit einer Flaute oder Sturmböen zu kämpfen hat – er bestimmt die Route und die Erlebnisse der nächsten Tage.

Wohin wir fahren ? Planen kann man die Route – aber das letzte Wort hat er – der Windgott Aeolus (er hat viele Namen bei allen seefahrenden Völkern des Erdballs) und er bestimmt die tatsächliche Route.

 

So sieht das Traumwetter für Segler aus: schönes Wetter, genügend Wind und der aus der idealen Richtung. Bei diesem Kurs – “hart am Wind“ im Segler-Jargon – ist eine Schräglage  ganz normal und nicht gefährlich. Dabei spürt man die Kraft des Windes und die Geschwindkeit durch die Wellen – jetzt ist man ein echter Segler !

 

Heuer war ein toller Wind – in 8 Tagen von Pula, über Mali Losinj, runter bin in die Kornaten, weitern nach Korcula und zwischen Hvar und Brac retour nach Split – eine „oneway“ Segeltörn mit  nur vier Motorstunden in der ganzen Woche – da schlägt das Seglerherz höher.

 

Eine Nacht sind wir durchgesegelt, vier Mann „Segeldienst von 22:00 – 02.00 Uhr und vier Mann 02:00 – 06:00 Uhr, die beiden anderen als Joker. Steuern nur mit Lifebelt in der Nacht – wenn du über Bord gehst findet dich niemand – das Meer ist ganz dunkel und zwischen den Wellen sieht man dich schon nach wenigen Sekunden nicht mehr.

Respekt – Respekt ist wichtig vor dem Meer und besonders bei Dunkelheit.

Dafür bietet sich ein Sternenhimmel den du sonst nirgend wo findest – ganz ruhig ist es an Deck, nur das Rauschen des Windes, das plätschern der Wellen und dieser einzigartiger Sternenhimmel – unglaublich schön.

 

Während manche am nächsten Morgen noch schlafen, machen einige bereits das Frühstück – Mängel müssen wir nicht leiden. Wir haben einen großen Kühlschrank, viel eingekauft und können uns ein tolles Morgenmahl bereiten mit Eiern, Speck, Nutella, Marmelade usw. Teilweise nehmen wir die Lebensmittel mit von Österreich, aber die meisten Sachen kaufen wir ein und kochen auch wenn wir in einer Bucht ankern. 2 – 3 mal gehen wir Essen und gezahlt wird es aus der Bordkassa. Heuer gab es Kotlett (am Ufer gegrillt in einer Bucht), Chilieintopf und Spaghetti Bolognese und dazu Blavac oder Peljesac Rotweine.

So sind wir unabhängig von bestimmten Orten und können den Wind nutzen.

 

Wichtig sind Lokaltipps – am besten auf kleinen Inseln mit weniger Touristen – dort kann man noch gut und günstig speisen. Fisch ist leider fast überall schon sehr teuer geworden – aber gutes und nettes Sevice bekommt man auch in ganz einfachen Lokalen.

 

Anlegen in Marinas ist natürlich von Zeit zu Zeit sehr gut – man kann wieder bequem duschen, einkaufen und Wasser tanken und die Batterien für Licht und Kühlschrank laden.

Aber es ist auch etwas teurer als an den Molen von kleinen Orten. Am günstigsten ist es sich eine Ankerbucht zu suchen. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass der Anker hält und dazu bedarf es schon ein wenig Erfahrung. Dafür hat man oft eine Bucht für sich alleine, kann vom Schiff aus baden gehen und eine herrliche Stille.

 Sundowner und Manöverschluck

Jeden Abend trinken wir bei Sonnenuntergang einen Sundowner – ein nettes Ritual und man kann ein bisschen Rückblick über die letzte Etappe halten. Beim ersten Ablegen oder nach einem tollen Segelmanöver gibt es einen Manöverschluck (passend ist Captain Morgan…) und nicht vergessen – die See will auch gestärkt werden – somit bekommt „Neptun“ den ersten Schluck… unbedingt unbd keinesfalls vergessen.

 

Nach einer Woche legen wir glücklich und zufrieden in Split an – das Boot wird übergeben und wir machen uns auf die Heimreise. Bis zum nächsten Jahr – mal sehen wohin uns der Wind dann treibt……

 Tipps und Infos: Es gibt viele qualitativ gute Charterer, die Segeltörns anbieten. Wichtig ist ein Boot in gutem Zustand. Preisunterschiede ergeben sich durch Ausstattung, Saison und Größe- einige Beispiele:www.ecker-yachting.com  Crew: Entscheidend ist natürlich ein erfahrener Skipper und eine Crew die sich untereinander versteht, man lebt ja auf kleinstem Raum und verbringt die Zeit sehr intensiv miteinander.  Wichtig – ein gescheites Kartenmaterial. Wird in der Regel vom Schiffsvermieter zur Verfügung gestellt. Und ein gutes Hafenhandbuch zum Anlegen (z.Bsp.: Karl-H. Beständig 808 Häfen und Buchten Kroatien – Slowenien – Montenegro20. Auflage 2007/08; 118 Seiten; kt., Hafen- und Ankerplatzatlas mit 760 Plänen und 46 Karten) Genaue Check Liste – vor der Abfahrt muss man bei der Bootsübernahme genau schauen wie das Boot ausgerüstet ist (Schwimmwesten, Life-Belts, aber auch die übrige Sicherheitsausrüstung, sind Segel und Taue in Ordnung, funktioniert Tiefenmesser,….).

Auch auf Beschädigungen achten – damit man nicht nachher zusätzliche Kosten hat.

 

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Zum Absatz des Stiefels Bordeaux ist eine Reise wert !

1 Kommentar Add your own

  • 1. jeller  |  März 29, 2008 um 12:48 pm

    Hallo Jörg,
    Gratulation!
    Du hast deinen Blog schon gut unter Kontrolle. Interessant zu lesen. Super auch, dass du die Bilder kleiner gemacht hast, dann braucht sei nicht so lange zum Laden.
    Am Header musst du noch feilen, da fährt die Schrift über dein Konterfei – ich möcht dich aber sehen! Abe das weißt ja eh selber. Wirst dich wohl noch mit den technischen Problemchen herumärgern müssen.
    Schön wäre auch, die Stories kürzer anzureißen … dann sieht man mehr Geschichten auf der Einstiegsseite.
    Ja und wenn du einen flickr-link hast, möchte ich da deine Bilder sehen!
    Viel Spaß bei de mutwilligen Zerstörung von Restlebenszeit mit Blog-Problemchen.
    Schönes Wochenende und alles Liebe
    KH

    Antwort

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